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Im so genannten Kuiper-Gürtel jenseits der Neptunbahn entdecken leistungsstarke Teleskope seit Jahren immer wieder neue eisige Welten. Doch die Entstehung dieser Objekte stellte die Wissenschaftler lange Zeit vor ein Rätsel. Jetzt glauben zwei Forscher hinter das Geheimnis des Kuiper-Gürtels gekommen zu sein: Er entstand mit Neptuns Hilfe.
Jenseits des Neptun schwirren Milliarden kleiner, eisiger Himmelskörper durchs All. Die Entstehung dieses "Kuiper-Gürtels" stellte die Astronomen bislang vor ein schier unlösbares Problem. Nun glauben zwei Forscher das Rätsel gelöst zu haben: Der Planet Neptun hat den Kuiper-Gürtel in der Jugendzeit des Sonnensystems erzeugt, in dem er kleinere Himmelskörper aus dem inneren des Sonnensystems heraus katapultiert hat. "Eigentlich haben wir das Problem nicht gelöst, sondern wir haben es umschifft", erklärt Harold Levison vom Southwest Research Institute in Boulder, Colorado. Gemeinsam mit seinem Kollegen Alessandro Morbidelli vom Observatoire de la Cote d'Azur in Nizza hat er den Kuiper-Gürtel untersucht - und kam zu einem überraschenden Schluss: "Wir glauben, dass der Raum jenseits des Neptun ursprünglich leer war." Bislang gingen die Astronomen ganz selbstverständlich davon aus, dass die Objekte des Kuiper-Gürtels dort entstanden sind, wo sie sich noch heute befinden. Das Problem: Die Region enthält nur rund ein Hundertstel der Masse, die notwendig ist, um die Entstehung der Himmelskörper zu verstehen. So suchten die Forscher seit Jahren nach einer Erklärung, wie der Kuiper-Gürtel 99 Prozent seiner Masse verloren haben könnte - ohne Erfolg. Levison und Morbidelli behaupten nun, dass die protoplanetarische Scheibe, aus der das Planetensystem entstanden ist, in der dreißigfachen Entfernung der Erde von der Sonne geendet hat - ursprünglich gab es also keinen Kuiper-Gürtel. In der Frühzeit des Sonnensystems ist nun der Neptun langsam durch die Scheibe nach außen gewandert - eben bis zu dieser Grenze, wo er noch heute seine Bahn zieht. Auf seiner langsamen Wanderung nach außen hat der Planet kleinere Himmelskörper aus ihrer Bahn geworfen - und so den Kuiper-Gürtel jenseits der heutigen Neptun-Bahn erzeugt. Das Massenproblem des Kuiper-Gürtels löst sich also dadurch, dass seine Objekte ganz woanders - im Inneren des Sonnensystems - entstanden sind.
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