"Wir beobachten hier ein Objekt, das gerade dabei ist, ein
Hauptreihenstern zu werden - und erwischen es zugleich in der Phase der
Planetenentstehung", freut sich Doktorand Wilson Liu von der University
of Arizona, einer der an der Entdeckung beteiligten Forscher. Als
Hauptreihensterne bezeichnen die Astronomen jene Sterne, in denen
Wasserstoff zu Helium verbrannt wird. Dies ist die längste Phase im
Leben eines Sterns, bei Sternen wie unserer Sonne dauert sie rund zehn
Milliarden Jahre.
Bereits von früheren Beobachtungen her war bekannt, dass der Stern HD
100546, 335 Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild Fliege gelegen,
von einer dichten Scheibe aus Staub und Gas umgeben ist. Die neuen
Beobachtrungen von Liu und seinen Kollegen zeigen nun, dass sich in
dieser Scheibe eine große Lücke befindet - leergefegt, so vermuten die
Forscher, von der Schwerkraft eines großen Planeten.
Die Entdeckung dieser Lücke war nur mit einer neuen Technik möglich, die
es erlaubt, Einzelheiten in unmittelbarer Nähe des Sterns sichtbar zu
machen. Dazu wird mit Hilfe eines Zusatzspiegels im Teleskop das Licht
des Sterns so zur Überlagerung gebracht, dass es sich nahezu vollständig
auslöscht. Nur so ist es möglich, die erheblich schwächer als der Stern
leuchtende Gas- und Staubscheibe sichtbar zu machen. Die amerikanische
Raumfahrtbehörde NASA will diese Auslöschungs-Interferometrie in einigen Jahren
bei dem Terrestrial Planet Finder einsetzen, um erdähnliche
Planeten bei anderen Sternen nachzuweisen.