Das Universum gleicht einem Schweizer Käse: Es besteht zu einem großen
Teil aus Löchern, aus gewaltigen kosmischen Leerräumen, den so genannten
"Voids", in denen sich keine Galaxien befinden. Ein Team amerikanischer
Astronomen behauptet nun, diese Löcher seien gar nicht leer, sondern enthielten
einen beachtlichen Teil der Materie des Universums. Es sei ein Fehler, nur aus
der Verteilung der leuchtenden Materie auf die Struktur des Kosmos zu schließen,
so die Forscher in ihrem jüngst im Fachblatt Astrophysical Journal erschienenen Aufsatz.
Etwa 90 Prozent der Masse unseres Universums verbirgt sich in Form einer
rätselhaften "Dunklen Materie". Trotzdem gehen die meisten Astronomen
bislang davon aus, dass dort, wo sich die leuchtende Materie in Form von
Sternen und Galaxien ansammelt, auch die Dunkle Materie konzentriert
ist. Damit könnten sie sich jedoch irren, wie die Computersimulationen
von Jeremiah Ostriker von der University of Cambridge und seinen
Kollegen zeigen. Diese Berechnungen deuten nämlich darauf hin, dass sich
unterhalb einer gewissen Materiedichte keine Sterne und Galaxien mehr
bilden können.
Die scheinbaren Leerräume sind also, so die Schlussfolgerung von
Ostriker und seinen Kollegen, möglicherweise nicht leer, sondern
schlicht Regionen mit einer niedrigeren Dichte, in denen eigene Gesetze
gelten. Die Simulationen des Teams ergaben, dass das Universum zu 85
Prozent aus solchen dunklen Gebieten niedriger Dichte besteht, die
insgesamt 20 Prozent der Gesamtmasse des Kosmos enthalten.