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SATURNMOND TITAN
Methanseen auf Titan?
von Rainer Kayser
6. Oktober 2003

Aus was die Oberfläche des größten Saturnmonds Titan besteht, wird man wohl erst Anfang 2005 wissen, falls die ESA-Sonde Huygens brauchbare Daten Daten von der Oberfläche des Trabenten zur Erde funkt. Neue Radarmessungen deuten jetzt aber darauf hin, dass Titan über gewaltige Seen aus Methan verfügen könnte.

Titan
 
Voyager 2-Aufnahme des Saturnmonds Titan. Foto: NSSDC / NASA

Der Saturnmond Titan ist vermutlich mit großen Seen aus flüssigen Kohlenwasserstoffen bedeckt. Darauf deuten jetzt im Fachmagazine Science veröffentlichte Radarmessungen hin. Die Seen sind demnach bis zu 50 Kilometer groß. Nach Ansicht einiger Forscher handelt es sich bei ihnen um Einschlagkrater, in denen sich Methan, Äthan und anderer Kohlenwasserstoffe angesammelt haben.

Die Astronomen um Donald Campbell von der Cornell University in Ithaca, New York, haben die beiden größten Radioteleskope der Welt als Radaranlage benutzt, um den fernen Saturnmond zu untersuchen. Vom 300 Meter großen Arecibo-Teleskop und dem 100 Meter großen Green Bank Telescope aus schickten sie Radiowellen zu Titan. Nach über zwei Stunden konnten die Forscher jeweils das Radarecho der an dem Mond reflektierten Strahlung empfangen. In den Radarechos stießen Campbell und seine Kollegen auf charakteristische Spitzen, die auf große, glatte Regionen auf der Oberfläche Titans hindeuten.

Die Oberfläche Titans ist ständig unter einem dichten orange-braunen Dunst verborgen. Seit langen vermuten die Planetenforscher, dass aus der dichten Atmosphäre des Mondes Kohlenwasserstoffe auf die Oberfläche regnen und sich dort in Meeren oder Seen sammeln. Im Gegensatz zur optischen Strahlung ist Radiostrahlung in der Lage, den dichten Schleier von Titan zu durchdringen. Endgültigen Aufschluss über die Oberfläche des Saturnmondes erhoffen sich die Wissenschaftler von der Raumsonde Cassini, deren Lander Huygens in etwas mehr als einem Jahr auf Titan niedergehen soll.

URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2003/10/0310-003.shtml

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