Der Saturnmond Titan ist vermutlich mit großen Seen aus flüssigen
Kohlenwasserstoffen bedeckt. Darauf deuten jetzt im Fachmagazine
Science veröffentlichte Radarmessungen hin. Die Seen sind demnach bis
zu 50 Kilometer groß. Nach Ansicht einiger Forscher handelt es sich bei
ihnen um Einschlagkrater, in denen sich Methan, Äthan und anderer
Kohlenwasserstoffe angesammelt haben.
Die Astronomen um Donald Campbell von der Cornell University in Ithaca,
New York, haben die beiden größten Radioteleskope der Welt als
Radaranlage benutzt, um den fernen Saturnmond zu untersuchen. Vom 300
Meter großen Arecibo-Teleskop und dem 100 Meter großen Green Bank Telescope aus schickten sie Radiowellen zu Titan. Nach über zwei Stunden
konnten die Forscher jeweils das Radarecho der an dem Mond reflektierten
Strahlung empfangen. In den Radarechos stießen Campbell und seine
Kollegen auf charakteristische Spitzen, die auf große, glatte Regionen
auf der Oberfläche Titans hindeuten.
Die Oberfläche Titans ist ständig unter einem dichten orange-braunen
Dunst verborgen. Seit langen vermuten die Planetenforscher, dass aus der
dichten Atmosphäre des Mondes Kohlenwasserstoffe auf die Oberfläche
regnen und sich dort in Meeren oder Seen sammeln. Im Gegensatz zur
optischen Strahlung ist Radiostrahlung in der Lage, den dichten Schleier
von Titan zu durchdringen. Endgültigen Aufschluss über die Oberfläche
des Saturnmondes erhoffen sich die Wissenschaftler von der Raumsonde
Cassini, deren Lander Huygens in etwas mehr als einem Jahr auf Titan
niedergehen soll.