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VLT
Komet Halley in Rekordentfernung aufgespürt
von Rainer Kayser
2. September 2003

Auf den ersten Blick sieht das unlängst von der Europäischen Südsternwarte ESO veröffentlichte Bild aus wie das Rauschen eines Fernsehers ohne Empfang. Bei genauerem Hinsehen lässt sich jedoch ein alter Bekannter darauf erkennen: der Komet Halley, den Astronomen jetzt mit Hilfe des Very Large Telescope in einer Rekordentfernung von vier Milliarden Kilometern aufspürten.

Halley

Der Halley'sche Komet (Bildmitte) in 4080 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde. Alle Hintergrundsterne und Galaxien wurden in einem aufwendigen Bildbearbeitungsprozess entfernt. Foto: ESO

Mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte in Chile ist eine Rekordbeobachtung gelungen: Siebzehn Jahre, nachdem der berühmte Halleysche Komet das letzte Mal das innere Sonnensystem durchquert hat, konnte das große Fernrohr ihn jetzt in den Tiefen des Alls wieder aufspüren. Der Komet ist jetzt rund vier Milliarden Kilometer von uns entfernt und leuchtet rund eine Milliarde Mal schwächer als die schwächsten mit bloßem Auge sichtbaren Gestirne. Die Beobachtungen zeigen, dass Halley völlig inaktiv ist, also keinerlei Gas mehr ausstößt. Niemals zuvor war es den Astronomen gelungen, einen Komet in so großer Entfernung zu beobachten.

Alle 76 Jahre durchquert Halley das innere Sonnensystem. Bei der letzten Passage im Jahr 1986 hatte eine ganze Armada von Raumsonden den Schweifstern untersucht, darunter auch die europäische Sonde Giotto, die spektakuläre Nahaufnahmen von dem Kometenkern lieferte. Inzwischen hat der Komet vier Fünftel der Reise zum sonnenfernsten Punkt seiner Bahn zurückgelegt, den er im Dezember 2023 erreicht. Erst im Jahr 2062 fliegt Halley dann wieder durch das innere Sonnensystem.

Die neue Rekordbeobachtung ist ein Nebenprodukt der Suche nach so genannten Trans-Neptun-Objekten, kleinen Himmelskörpern, die jenseits der Neptunbahn umherschwirren. In den vergangenen zehn Jahren haben die Astronomen 600 dieser eisigen Himmelsobjekte gefunden, bei denen es sich um Überreste aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems handelt.

URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2003/09/0309-002.shtml

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