Mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte in
Chile ist eine Rekordbeobachtung gelungen: Siebzehn Jahre, nachdem der
berühmte Halleysche Komet das letzte Mal das innere Sonnensystem
durchquert hat, konnte das große Fernrohr ihn jetzt in den Tiefen des
Alls wieder aufspüren. Der Komet ist jetzt rund vier Milliarden Kilometer von
uns entfernt und leuchtet rund eine Milliarde Mal schwächer als die
schwächsten mit bloßem Auge sichtbaren Gestirne. Die Beobachtungen
zeigen, dass Halley völlig inaktiv ist, also keinerlei Gas mehr
ausstößt. Niemals zuvor war es den Astronomen gelungen, einen Komet in
so großer Entfernung zu beobachten.
Alle 76 Jahre durchquert Halley das innere Sonnensystem. Bei der letzten
Passage im Jahr 1986 hatte eine ganze Armada von Raumsonden den
Schweifstern untersucht, darunter auch die europäische Sonde Giotto, die
spektakuläre Nahaufnahmen von dem Kometenkern lieferte. Inzwischen hat
der Komet vier Fünftel der Reise zum sonnenfernsten Punkt seiner Bahn
zurückgelegt, den er im Dezember 2023 erreicht. Erst im Jahr 2062 fliegt Halley dann wieder durch das innere Sonnensystem.
Die neue Rekordbeobachtung ist ein Nebenprodukt der Suche nach so
genannten Trans-Neptun-Objekten, kleinen Himmelskörpern, die jenseits
der Neptunbahn umherschwirren. In den vergangenen zehn Jahren haben die
Astronomen 600 dieser eisigen Himmelsobjekte gefunden, bei denen es sich
um Überreste aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems handelt.