Den bislang umfangreichsten Blick in die Jugendzeit der Galaxien haben
jetzt Astronomen in aller Welt im Rahmen einer Gemeinschaftsaktion
geworfen. An dem Beobachtungsprojekt namens GOODS - die Abkürzung steht
für "Great Observatories Origins Deep Survey" - sind neben dem
Weltraumteleskop Hubble und dem Röntgensatelliten Chandra eine Vielzahl
großer Sternwarten beteiligt. Die Beobachtungen zeigen, dass die
Galaxien in der ersten Hälfte der bisherigen Lebensdauer des Universums
kontinuierlich angewachsen sind. Vor etwa sieben Milliarden Jahren sank
die Sternentstehungsrate dann plötzlich auf rund ein Zehntel ab.
"Das ist das erste Mal, dass wir die Entstehung der Galaxien in so frühe
Zeiten des Universums zurückverfolgt haben", erklärt Mauro Giavalisco
vom Space Telescope Science Institute in Baltimore, einer der
beteiligten Astronomen. Er vergleicht die Beobachtungen mit einem
Familien-Fotoalbum, in dem sich Aufnahmen der Familienmitglieder von der
frühen Kindheit bis zum Erwachsenenalter befinden. GOODS zeige den
Astronomen, wie sich die Galaxien gebildet haben, wie sie sich
weiterentwickelt haben und wie sich ihre "Sternenbevölkerung" im Laufe
der Zeit verändert hat.
Das beobachtete langsame Anwachsen der Galaxien in den ersten sechs
Milliarden Jahren des Kosmos steht in Einklang mit den gängigen Modellen
der Galaxienentstehung. Demnach haben sich zunächst kleine Zwerggalaxien
gebildet, die dann durch Kollisionen und Verschmelzungen zu den heutigen
großen elliptischen und Spiralgalaxien angewachsen sind.