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GOODS
Blick in die Jugendzeit der Galaxien
von Rainer Kayser
20. Juni 2003

Galaxien sind die Grundbausteine des Universums und das Verständnis ihrer Entwicklung ist entscheidend, um Vergangenheit und Zukunft des Kosmos zu verstehen. In einem gemeinsamen Beobachtungsprojekt haben nun die größten Teleskope der Welt einen faszinierenden Blick in die Jugendzeit der Galaxien geworfen.

GOODS

Hubbles Blick auf einen Teil der Region, die für den "Great Observatories Deep Survey" untersucht wurde. Allein in diesem Bild sind mehrere Tausend Galaxien auszumachen, von denen einige schon existiert haben, als das Universum nur 2 Milliarden Jahre alt war. Foto: NASA, ESA, the GOODS Team und M. Giavalisco (STScI) [Großansicht]

Den bislang umfangreichsten Blick in die Jugendzeit der Galaxien haben jetzt Astronomen in aller Welt im Rahmen einer Gemeinschaftsaktion geworfen. An dem Beobachtungsprojekt namens GOODS - die Abkürzung steht für "Great Observatories Origins Deep Survey" - sind neben dem Weltraumteleskop Hubble und dem Röntgensatelliten Chandra eine Vielzahl großer Sternwarten beteiligt. Die Beobachtungen zeigen, dass die Galaxien in der ersten Hälfte der bisherigen Lebensdauer des Universums kontinuierlich angewachsen sind. Vor etwa sieben Milliarden Jahren sank die Sternentstehungsrate dann plötzlich auf rund ein Zehntel ab.

"Das ist das erste Mal, dass wir die Entstehung der Galaxien in so frühe Zeiten des Universums zurückverfolgt haben", erklärt Mauro Giavalisco vom Space Telescope Science Institute in Baltimore, einer der beteiligten Astronomen. Er vergleicht die Beobachtungen mit einem Familien-Fotoalbum, in dem sich Aufnahmen der Familienmitglieder von der frühen Kindheit bis zum Erwachsenenalter befinden. GOODS zeige den Astronomen, wie sich die Galaxien gebildet haben, wie sie sich weiterentwickelt haben und wie sich ihre "Sternenbevölkerung" im Laufe der Zeit verändert hat.

Das beobachtete langsame Anwachsen der Galaxien in den ersten sechs Milliarden Jahren des Kosmos steht in Einklang mit den gängigen Modellen der Galaxienentstehung. Demnach haben sich zunächst kleine Zwerggalaxien gebildet, die dann durch Kollisionen und Verschmelzungen zu den heutigen großen elliptischen und Spiralgalaxien angewachsen sind.

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