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CHANRDA
Aufruhr in Stephans Quintett

von Rainer Kayser
9. Mai 2003

In Stephans Quintett in rund 280 Millionen Lichtjahren Entfernung geht es turbulent zu. Eine der Ursachen dürfte eine Galaxie sein, die gerade von außen in die Gruppe eingedrungen ist und für das sechs Millionen Grad heiße Gas sorgte, das ein internationales Astronomenteam mit dem Röntgenteleskop Chandra beobachtet hat.

Stephans Quintett

Stephans Quintett: Chandras Röntgenbild (blau) ist hier über eine Aufnahme im optischen Bereich gelegt (gelb). Foto:  NASA / CXC / INAF-Brera /G.Trinchieri et al. / Pal.Obs. DSS [Großansicht]

Sechs Millionen Grad heiße Gaswolken befinden sich zwischen den Galaxien von "Stephans Quintett", einer engen Gruppe von Sternsystemen. Das Gas wird vermutlich durch Schockwellen aufgeheizt, die immer wieder von Galaxien beim Durchqueren der Gruppe ausgelöst werden. Diesen Schluss zieht ein internationales Astronomenteam aus neuen Röntgenaufnahmen des himmlischen Quintetts, die die Himmelsforscher mit dem amerikanischen Satelliten Chandra gewonnen haben.

Durch eine Überlagerung der Röntgenbilder mit optischen Aufnahmen konnten die Wissenschaftler um Ginevra Trinchieri von der Sternwarte Brera in Mailand die genaue Position der Schockwellen relativ zu den Galaxien bestimmen und so ihre vermutliche Entstehungsgeschichte rekonstruieren. Dabei zeigte sich, dass offenbar eine der Galaxien gerade von außen in die Gruppe eingedrungen ist und durch die Kollision mit dem intergalaktischen Gas die beobachtete Aufheizung ausgelöst hat. Die Astronomen stießen auch auf die Überreste einer älteren Schockwelle, die vermutlich durch eine inzwischen ein Stück außerhalb des eigentlichen Quintetts befindliche Zwerggalaxie ausgelöst worden war.

Stephans Quintett befindet sich rund 280 Millionen Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Pegasus. Bei einer der fünf Galaxien handelt es sich allerdings um ein nur 35 Millionen Lichtjahre entferntes Vordergrundobjekt. Mit der etwas weiter entfernten Zwerggalaxie, die offenbar dynamisch zu den anderen Galaxien gehört, wird die Gruppe jedoch wieder zu einem echten Quintett. Die Astronomen vermuten, dass sich aus den fünf Sternsystemen im Laufe von Jahrmilliarden eine große elliptische Galaxie bildet.

siehe auch
Hubble: Ein detaillierter Blick auf Stephans Quintett - 20. Juli 2001
Links im WWW
Chandra, Seite an der Harvard Universität
Chandra, Seite der NASA
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