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SOHO
Kometenbeobachtung im Internet
Redaktion
astronews.com
30. Januar 2003

Auf regelmäßig aktualisierten Aufnahmen des Sonnenobservatoriums SOHO  lässt sich derzeit verfolgen, wie der Komet Kudo-Fujikawa unser Zentralgestirn umrundet. Im Februar dürfte der schmutzige Schneeball dann an unserem Nachthimmel auftauchen.

Kudo-Fujikawa
 
SOHO-Aufnahme des Kometen Kudo-Fujikawa. Bild: NASA/ESA

Dank des amerikanisch-europäischen Sonnenobservatoriums SOHO sitzen Internet-Nutzer bei der Kometenbeobachtung quasi in der ersten Reihe. Noch bis Freitag gegen 15 Uhr MEZ können sie dort verfolgen, wie der im Dezember 2002 entdeckte Komet Kudo-Fujikawa, oder auch C/2002 X5, um die Sonne fliegt. Nach der Sonnenumrundung verschwindet Kudo-Fujikawa dann aus dem Blickfeld der Sonde. Am Mittwoch war der Komet mit nur 28.4 Millionen Kilometer der Sonne am nächsten.

SOHO beobachtet den Kometen mit den Kameras seines Weitwinkel-Koronographen LASCO. Mit einer kleinen Abdeckscheibe wird in den Kameras eine Art künstliche Sonnenfinsternis erzeugt. So kann man die Sonnenkorona beobachten, die sonst von der Sonne selbst überstrahlt wird. Und nur durch diese künstliche Sonnenfinsternis ist auch der Schweif von Kudo-Fujikawa zu erkennen, der sich als weißer Punkt um unser Zentralgestirn bewegt.

Das Solar and Heliospheric Observatory wurde am 2. Dezember 1995 gestartet und ist – 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt – im so genannten Lagrange-Punkt L1 positioniert, wo sich die Anziehungskräfte von Erde, Sonne und Mond gegenseitig aufheben. Von dort aus beobachtet die Sonnensonde rund um die Uhr unser Zentralgestirn mit zwölf Spezialinstrumenten in verschiedenen Spektralbereichen.
Die SOHO-Beobachtungen, von den astronews.com wiederholt berichtet hat, lieferten in den vergangenen Jahren wichtige Erkenntnisse über den Aufbau des Sonneninneren, die Mechanismen der Koronabildung sowie die Entstehung und Beschleunigung des Sonnenwindes. Zudem ermöglichten sie eine Prognose des "Weltraumwetters", also beispielsweise von Sonnenstürmen, deren Partikel mit dem Magnetfeld und der Gashülle der Erde in Wechselwirkung treten und große Schäden anrichten können.

Außerdem entpuppte sich SOHO also erfolgreicher Kometenjäger: Quasi nebenbei wurden auf den SOHO-Aufnahmen bis heute annähernd 500 unbekannte Kometen entdeckt. Viele dieser schmutzigen Schneebälle verdampften kurz nach ihrer Entdeckung durch die Hitze der nahen Sonne. Dem jetzt zu beobachtende Komet Kudo-Fujikawa wird dieses Schicksal allerdings erspart bleiben: Zwar verdampft ein Teil seiner Hülle, aber der Komet setzt seine Reise durch unser Sonnensystem fort. Ende Februar wird er dann am Nachthimmel über der Erde auftauchen.

URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2003/01/0301-020.shtml

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