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HUBBLE
Das Ende des dunklen Zeitalters
von Stefan Deiters
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10. Januar 2003

Mit Hilfe der neuen Advanced Camera for Surveys an Bord des Weltraumteleskop Hubble entdeckten Astronomen junge Galaxien, die vermutlich das Ende des "dunklen Zeitalters" des Universums einläuteten. Diese Epoche endete rund eine Milliarde Jahre nach dem Urknall.

Entfernte Galaxien

Einige der von Hubble entdeckten entfernten Galaxien. Foto: NASA, H.-J. Yan, R. Windhorst und S. Cohen (Arizona State University)

"Mit dem Hubble-Teleskop können wir nun in eine Zeit sehen, in der die Sterne in den jungen Galaxien in großer Zahl zu leuchten begannen und damit vor rund 13 Milliarden Jahren das so genannte dunkle Zeitalter beendeten," erläutert Haojing Yan, der an der Arizona State University seine Doktorarbeit schreibt und seine Ergebnisse auf der Tagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft präsentierte.

Nach den allgemein akzeptierten Theorien gab es nach dem Urknall eine Zeit der Expansion und Abkühlung im Universum, die mit dem "dunklen Zeitalter" endete. Dieses begann rund 300.000 Jahre nach dem Urknall als die Temperatur niedrig genug war, um die Vereinigung von Protonen und Elektronen zu neutralem Wasserstoff zu erlauben. Irgendwann entstanden dann Sterne und Galaxien, deren ultraviolettes Licht allerdings von dem neutralen Wasserstoff verschluckt wurde, so dass man sie mit heutigen Teleskopen nicht aufspüren kann.

Mit der Advanced Camera for Surveys (ACS) entdeckten die Astronomen aus Arizona nun Objekte, bei denen es sich vermutlich um Galaxien handeln dürfte, in denen gerade Sterne entstehen. Wir sehen diese Objekte zu einer Zeit, in der das Weltall weniger als eine Milliarde Jahre alt war und nur ein siebentel seiner heutigen Größe hatte. Als im Universum mehr und mehr Sterne entstanden, konnte deren ultraviolette Strahlung den Wasserstoff ionisieren, was das Weltall "durchsichtiger" machte - das dunkle Zeitalter ging zu Ende. Daher liegen die Objekte, die Hubble jetzt beobachtet hat, in einer wichtigen Übergangsphase in der Geschichte des Weltalls.

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"Die Objekte, die wir hier beobachten, sehen wir zu einer Zeit, in der im Universum gerade eine signifikante Zahl Sterne entstehen. Es sind die sehr schwer zu entdeckenden jungen Galaxien", so Roger Windhorst, Astronomie-Professor an der Arizona State University. "Sie liegen an der Grenze zum direkt beobachtbaren Universum."

Die Forscher entdeckten die Objekte, als sie eine winzige Himmelsregion im Sternbild Jungfrau unter die Lupe nahmen, in dem es keinerlei bekannte helle Galaxien gibt. Im gesamten Blickfeld des neuen Instrumentes spürten sie 30 dieser schwach rot leuchtenden Objekte auf. Aus der starken Rotverschiebung konnten die Astronomen dann auf die große Entfernung der Galaxien schließen. Insgesamt glaubt das Team, dass es in jener Epoche im Universum etwa 400 Millionen solcher Objekte gegeben haben muss. Und auch mit Hubble kann man davon nur sehr wenige aufspüren.

Links im WWW
Pressemitteilung des STScI mit Bildern und weiteren Informationen
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