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VLT
Ein Ringplanet ... nur welcher?
von Stefan Deiters
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30. Dezember 2002

Zum Jahresende veröffentlichte die Europäische Südsternwarte ESO ein Foto, das auf den ersten Blick wie eine Amateuraufnahme des Saturn aussieht. Es handelt sich dabei jedoch nicht um die ersten astronomischen Versuche des ESO-Astronomennachwuchses, sondern um einen anderen Planeten des Sonnensystems samt einiger seiner Monde.

Uranus
 
VLT-Aufnahme im nahen Infrarot des Planeten Uranus und einiger seiner Monde. Foto: ESO

Echten Saturn-Kennern dürfte es längst aufgefallen sein: Die Ringe des Planeten erscheinen eigenartig hell und die Position der Monde ist für den Ringplaneten Saturn ungewöhnlich. Und die Kritiker haben natürlich recht: Die Aufnahme im nahen Infrarot, erstellt mit dem ISSAC-Instrument am Teleskop Antu des Very Large Telescope auf dem Gipfel des Paranal in Chile, zeigt den Uranus in rund 3 Milliarden Kilometern Entfernung. Die Aufnahme entstand am 19. November 2002. Im sichtbaren Licht sind die Ringe von der Erde aus nahezu unsichtbar.

Die Ringe des Uranus wurden 1977 während einer Sternenbedeckung entdeckt. Da verursachten sie, kurz bevor sich Uranus vor einen fernen Stern schob, ein Flackern eben dieses Sterns. Später konnten die Ringe auch von Voyager 2 nachgewiesen werden.  

In dieser Aufnahme im nahen Infrarot wird der Kontrast zwischen den Ringen und der Planetenscheibe extrem verstärkt. Das liegt daran, dass in der Wellenlänge, in der die Beobachtungen gemacht wurden, das einfallende Sonnenlicht fast vollständig von dem Methan in der Atmosphäre des Uranus verschluckt wird, während es gleichzeitig die Eisbrocken in den Ringen reflektieren.

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Uranus hat im Sonnensystem eine besondere Stellung, da die Drehachse des Planeten nahezu in der Ebene liegt, in der die Planeten um die Sonne laufen. Als Voyager 2 den Planeten besuchte, war der Südpol der Erde zugewandt. Jetzt, nach etwa einem Fünftel der Umlaufzeit von Uranus von 84 Jahren, erscheint uns das Ringsystem von der Erde aus ähnlich wie das des Saturn zu seinen besten Zeiten.

Auf der Aufnahme lassen sich insgesamt sieben Uranusmonde finden, fünf davon ohne größere Probleme: Das sind (von oben links nach unten rechts): Titania, Umbriel, Miranda, Ariel und Oberon. Außerdem sind als schwache Fleckchen auch noch Portia und Puck in direkter Nähe des Uranus zu finden. Titania und Oberon sind die hellsten Uranusmonde und wurden bereits 1787 vom Uranus-Entdecker William Herschel aufgespürt. 

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