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CLEMENTINE
Junger Krater auf dem Mond entdeckt
von Rainer Kayser
17. Dezember 2002

Vor 49 Jahren beobachtete ein Amateurastronom den Einschlag eines Asteroiden auf dem Mond. Erst jetzt jedoch glauben zwei amerikanische Astronomen den zugehörigen Krater aufgespürt zu haben. Er ist so klein, dass er von der Erde aus nicht gesehen werden kann. Der Fund gelang mit Hilfe der Mondsonde Clementine.

Mond

Mosaik aus Clementine-Aufnahmen des Mondes. Foto: NSSDC/NASA

Einen erst 49 Jahre alten Krater haben amerikanische Astronomen auf dem Mond entdeckt. 1953 hatte der Amateurastronom Leon Stuart den Einschlag eines kleinen Asteroiden auf dem Mond beobachtet. Es handelt sich um die einzige eindeutige Beobachtung eines derartigen Ereignisses auf dem Mond. Trotz aller Anstrengungen konnte aber bislang kein zu diesem Einschlag passender Krater auf dem Erdtrabanten aufgespürt werden. Bonnie Buratti vom Jet Propulsion Laboratory in Pasadena und Lane Johnson vom Pomona College in Claremont glauben nun, diesen Krater gefunden zu haben.

"Wir haben den Krater auf multispektralen Aufnahmen von Clementine entdeckt", erläutert Buratti. Die amerikanische Sonde Clementine hatte 1994 den Mond umkreist und hochaufgelöste Bilder des Erdtrabanten geliefert. Buratti und Johnson stießen an der von Stuart beschriebenen Stelle auf eine rund 1,5 Kilometer große Struktur mit offenbar frischem Auswurfmaterial. Der Krater selbst ist, so die Forscher, so klein, dass er von der Erde aus nicht gesehen werden kann.

Leon Stuart hatte erst drei Jahre nach seiner Beobachtung in einer Zeitschrift für Hobby-Astronomen über das Ereignis berichtet. Er habe einen Blitz auf der Mondoberfläche gesehen, schrieb er. Im Gegensatz zu anderen Amateurastronomen, die von solchen Mondblitzen berichtet hatten, konnte er seine Beobachtung jedoch mit einem Foto belegen. Dadurch ließ sich auch die Einschlagstelle relativ genau bestimmen. Buratti und Johnson schätzen, dass der eingeschlagene Asteroid etwa 20 Meter groß war. Ein solcher Einschlag ereignet sich auf dem Mond etwa alle 10 bis 50 Jahre.

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