Insgesamt 26 Marsmeteoriten haben Wissenschaftler in den vergangenen zwei
Jahrzehnten auf der Erde gefunden. Die Steine vom roten Planeten stellen die
Planetenforscher vor ein Rätsel: Obwohl 90 Prozent der Marsoberfläche Milliarden
von Jahren alt ist, ist die Mehrheit der Marsmeteoriten gerade einmal 200
Millionen Jahre alt. Außerdem stammen die Marsbrocken von sechs oder sieben
verschiedenen Asteroideneinschlägen auf dem roten Planeten - ausreichend starke
Einschläge sind aber viel zu selten, um diese Zahl zu erklären. Ein Team
amerikanischer und russischer Planetologen glaubt nun, die Lösung dieser beiden
Rätsel gefunden zu haben.
Mit Hilfe aufwändiger Computersimulationen gelang es ihnen zu zeigen, dass
statt weniger großer auch viele kleine Einschläge die Meteoriten ins All
geschleudert haben können. Diese kleinen Einschläge sind zudem auf jüngerem
Marsboden erheblich effektiver, da der Milliarden Jahre alte Boden zumeist von
dicken Schuttablagerungen bedeckt ist. Deshalb stammen die meisten
Marsmeteoriten von den jüngeren Bereichen der Oberfläche des roten Planeten.
In den Simulationen zeigte sich, dass schon Einschläge, die nur drei
Kilometer große Krater auf der Oberfläche des Mars hinterlassen, Millionen von
kleinen Gesteinstrümmern in den Weltraum hinausschleudern können. Bislang waren
die Forscher von Kratergrößen von mindestens zwölf Kilometern Größe ausgegangen.
Solche kleineren Einschläge sind erheblich häufiger und stehen deshalb in
Einklang mit der Verteilung der Marsmeteoriten auf der Erde.