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STARDUST Annefrank ist größer als gedacht von Stefan Deiters astronews.com 5. November 2002 Die NASA-Sonde Stardust hat ihre Generalprobe für ihre Begegnung mit dem Kometen Wild 2 in 14 Monaten erfolgreich absolviert: Am Freitag passierte das Raumschiff den Asteroiden 5535 Annefrank in einer Entfernung von rund 3.300 Kilometer. Dieser, so ergaben die übermittelten Daten, ist doppelt so groß wie zuvor angenommen.
Der Vorüberflug an dem Asteroiden Annefrank bot dem Stardust-Team eine einmalige Gelegenheit, das wichtigste Ereignis während der gesamten Mission zu testen - die Begegnung der Sonde mit dem Kometen Wild 2. Entsprechend erleichtert waren alle, als der Vorüberflug ohne Probleme klappte und die Sonde auch noch die erwarteten Daten zur Erde funkte. "Wir haben eine komplette Probe durchführen können, haben den Staubfänger ausgefahren, der später Kometenstaub einfangen soll und alle wissenschaftlichen Instrumenten aktiviert", erläutert Donald Brownlee, Professor an der Universität von Washington und Chefwissenschaftler der Stardust-Mission den Umfang der Generalprobe. Die Sonde war in der vergangenen Woche in nur 3.300 Kilometer am Asteroiden 5535 Annefrank vorübergeflogen (astronews.com berichtete). Dabei war der Anflug wegen der Stellung der Sonde zum Asteroiden und zu Erde und Sonne schwieriger als er in 14 Monaten beim Kometen Wild 2 sein wird. "Das Raumschiff hat bei jedem Kommando perfekt reagiert", so Stardust-Ingenieur Allan Cheuvront. "Das Verhalten unter diesen schwierigen Bedingungen war bemerkenswert." So war es beispielsweise gar nicht so einfach, den Asteroiden mit der Navigationskamera von Stardust zu fokussieren, da die Helligkeit des Asteroiden gerade einmal an der unteren Empfindlichkeitsgrenze der Kamera lag. Man versuchte sich daher mit extralangen Belichtungszeiten und dem Zusammenfügen mehrere Aufnahmen zu helfen. Doch die Oberfläche des Asteroiden war dunkler als eigentlich angenommen, so dass er erst zwölf Stunden vor der dichtesten Annäherung gesichtet wurde. Für den Vorüberflug war das kein Problem: Dieser war so ausgelegt, dass er auch noch reibungslos funktioniert hätte, wenn der Asteroid erst 20 Minuten vor dem Ereignis gesichtet worden wäre. Während der Passage an Annefrank testete das Stardust-Team die gesamte Palette der Instrumente an Bord: Das Hauptaugenmerk lag allerdings auf der Kamera, die den Asteroiden während der Passage immer im Blick behalten sollte. Alles funktionierte wie vorgesehen. Annefrank hat nach den Erkenntnissen des Stardust-Teams einen Durchmesser von etwa acht Kilometern und ist ein unregelmäßiger, von Kratern übersäter Felsbrocken. Stardust wurde im Februar 1999 gestartet und ist die erste US-Mission, die Partikel vom Schweif eines Kometen einfangen und zur Erde zurückbringen soll. Am 2. Januar 2004 kommt dann der eigentlich Höhepunkt der Stardust-Mission: Die Sonde soll in einem Abstand von nur wenig mehr als 100 Kilometern den Kometen Wild 2 passieren und Teilchen aus der Koma des Kometen einsammeln. Die eingesammelten Proben werden 2006 zur Erde zurückkehren. |
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