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Die europäische Weltraumagentur ESA arbeitet derzeit fieberhaft an ihrem neuen Erkundungsprogramm Aurora. Es soll die europäische Strategie für die Erforschung von Mond, Mars und anderer Objekte im Sonnensystem für die nächsten 30 Jahre skizzieren. Dabei ist auch geplant, zwischen 2020 und 2025 Menschen zum Mond und fünf Jahre später Astronauten zum Mars zu schicken.
Am vergangenen Montag traf sich der Aurora-Teilnehmerrat in der ESA-Hauptverwaltung in Paris und genehmigte die Inangriffnahme von Bewertungsstudien für die ersten vier Robotermissionen des Programms. Die genehmigten Studien erstrecken sich auf zwei so genannte Flagship-Missionen - größere Vorhaben zur Erweiterung unserer wissenschaftlichen und technischen Kenntnisse als Vorbereitung für eine bemannte Mission - und zwei so genannte Arrow-Missionen, die als technologisch weniger anspruchsvolle und kostengünstigere Missionen zur Verringerung der mit Flagship-Missionen verbundenen Risiken geplant sind. Bei den beiden erwogenen Flagship-Missionen handelt es sich zum einen um die EXO-Mars-Mission, die die biologische Umwelt auf dem Mars erkunden soll, bevor andere Raumfluggeräte oder Menschen auf dem Roten Planeten landen. Die Daten dieser Mission dürften einen wertvollen Beitrag zur breiteren Forschung auf dem Gebiet der Exobiologie, also der Suche nach Leben außerhalb der Erde, leisten. Im Rahmen dieser Mission soll ein Raumfluggerät aus einer Umlaufbahn um den Mars mit Hilfe eines Abstiegsmoduls, das mit aufblasbaren Luftbremsen oder einem Fallschirmsystem ausgestattet ist, gezielt ein Fahrzeug auf dem Mars absetzen, das von herkömmlichen Sonnenzellen mit Energie versorgt würde und sich mehrere Kilometer weit auf der Marsoberfläche fortbewegen könnte. Seine rund 40 Kilogramm schwere Nutzlast würde eine Bohreinrichtung sowie ein mit den wissenschaftlichen Instrumenten gekoppeltes Probenentnahme- und -handhabungssystem umfassen. Das Marsfahrzeug stellt mit seinen hochentwickelten optischen Sensoren für
das Navigationssystem, seiner Bordsoftware, seiner Fähigkeit für autonomen
Einsatz und seinen Nutzlastinstrumenten für die Suche nach Leben eine bedeutende
technologische Herausforderung dar, die Europa und Kanada Gelegenheit gibt, in
der ESA und auf nationaler Ebene in jahrelanger Zusammenarbeit entwickelte
Technologien zur Reife zu bringen. Diese Mission wird auch als mögliches
Datenrelaissystem für die unter Federführung der französischen Raumfahrtagentur
CNES geplante Mission Mars Netlander in Betracht gezogen. Außerdem soll noch ein Mars-Einfangdemonstrator entwickelt werden. Hier handelt es sich um eine kleine Mission zum Nachweis der Technologien, die erforderlich sind, um eine Raumsonde unter Nutzung der Reibung mit der oberen Atmosphäre des Planeten so abzubremsen, dass sie auf eine Bahn um den Mars einschwenkt. Dieselben Technologien sollen später bei einer Flagship-Mission und letztlich auch bei bemannten Missionen des Programms Aurora zur Anwendung gelangen. Die jetzt vorgestellten Robotermissionen stellen nach Angaben der ESA die ersten Schritte zur Verwirklichung der Endziele des Aurora-Programms dar und ermöglichen die Inangriffnahme einer Reihe von Tätigkeiten, die von missionsspezifischen Technologiearbeiten bis zur wissenschaftlichen Vorbereitung reichen. Das langfristige Programm soll in zwei Hauptphasen durchgeführt werden. In der ersten Phase (2005–2015) sollen die Kenntnisse gesammelt und die Technologien entwickelt und erprobt werden, die für bemannte Missionen zum Mars und Mond benötigt würden, und letztlich die Entscheidung fallen, ob eine solche Mission in Angriff genommen wird. Dieser Anfangsphase soll im Zeitraum 2015–2030 eine zweite Phase folgen, die
der Entwicklung, Verifizierung und Verwirklichung der europäischen Bestandteile
der als internationales Gemeinschaftsunternehmen gedachten bemannten Mission
gewidmet ist. Nach den gegenwärtigen Vorstellungen sehen die Hauptmeilensteine
des Aurora-Programms wie folgt aus: zwei Missionen zur Rückführung von
Mars-Bodenproben (2011–2017), Entscheidung zur Durchführung einer bemannten
Mission (2015), eine Roboter-Außenstelle auf dem Mars und eventuell eine
bemannte Mission zum Mond (2020–2025) sowie eine bemannte Mission zum Mars
(2025–2030).
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