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Raumsonden benötigen Energie. In Sonnennähe werden Solarzellen verwendet, aber schon hinter der Marsbahn reicht die Strahlung der Sonne nicht mehr aus, um genügend elektrische Energie zu erzeugen. Bei der NASA beschäftigt sich man deshalb mit neuen Konzepten für effektivere und bessere Energiequellen, um menschliche oder maschinelle Entdecker durch das Sonnensystem zu schicken.
Es ist kalt, dunkel und leer im Raum hinter den Planeten des Sonnensystems. Bis dorthin flog nun Voyager 1 auf seiner seit 25 Jahren andauernden Entdeckungsreise. Sein nächstes Ziel ist die Heliopause, die Grenze an der der Einfluss der Sonne endet und der interstellare Raum zwischen den Sternen beginnt. Dort wo sich Voyager zur Zeit befindet ist die Sonne nur noch ein sehr heller Stern am Himmel - sieben Tausend mal schwächer als auf der Erde. Deshalb besitzt die Raumsonde keine Solarzellen. Sie müssten so riesig
sein, dass sie viel zu viel Gewicht hätten, um die Sonde auf die Reise zu
schicken. Voyager führt dagegen sein eigenes kleines Kraftwerk mit sich,
einen alten thermonuklearen Generator. Darin wird die Wärme, die beim
Zerfall radioaktiver Atome frei wird, in elektrische Energie umgewandelt.
Bis etwa 2020 wird dieses Kraftwerk die Sonde mit ausreichender Energie
versorgen können. Die ISS verlässt aber niemals die Erdumlaufbahn. Das verringert ihren Energiebedarf. Bemannte Raumfahrtmissionen außerhalb des erdnahen Bereichs dagegen benötigen nicht nur Energie für die Bordsysteme, sondern auch für den Antrieb und die Lebenserhaltungssysteme. "Für aufwendige bemannte Missionen, um vielleicht auf den Mond oder zum Mars zu fliegen, braucht man hunderte bis tausend Kilowatt auf der Oberfläche und hunderte bis tausend Kilowatt für das Transportsystem", erläutert John Mankins, Cheftechniker für das Spitzentechnologie-Programm der NASA. "Man kann nicht einfach den Stecker in die nächste Steckdose stecken", fügt er noch hinzu. "Man muss schon seine eigene Energiequelle mitbringen. Am Besten sollte man etwas finden, das sowohl die Energie für den Antrieb als auch für den Betrieb bereit stellt". Seit den ersten Raketenversuchen am Anfang des 20. Jahrhunderts verwendet man chemische Antriebe, um die Schwerkraft der Erde zu überwinden. Nach einer Brenndauer von fünf bis 15 Minuten ist der Treibstoff verbraucht und das Raumfahrtzeug fliegt seinem Ziel antriebslos entgegen. Neuen Schwung kann es nur bekommen, wenn es die Schwerkraft eines anderen Planeten ausnutzt. Voyager brauchte damit Jahre, um den Saturn zu erreichen. Aber dann konnte die Sonde sich nur ein paar Tage im Saturnsystem aufhalten, in der Nähe des Planeten sogar nur einige Stunden. Für die nächste Welle bemannter Missionen sieht Jeff Georges vom Johnson Space Center "eine sich entwickelnde Familie für die Energie- und Antriebstechnologie, die zusammen gehören". Voraussichtlich ist der elektrische Antrieb der erste Kandidat. "Im Weltraum selbst braucht man nicht soviel Schub wie beim Überwinden der Erdanziehung", erklärt George, "aber man muss Schub mit sehr wenig Treibstoff erzeugen. Das liegt an den Beschränkungen für das Gewicht. Nach dem Start mit chemischen Mitteln können elektrische Antriebe sehr Treibstoff sparend sein". Der effektive Impuls ist ein Maß, wie gut Treibstoff in Schub umgesetzt wird. Je größer umso besser. Elektrische Antriebe sind dabei etwa um das zehnfache besser als chemische. Theoretisch sind Verbesserungen bis zu einem Faktor 10 000 denkbar. Weiter zum 2. Teil: Sind Ionen-Antrieb, Fusionsreaktoren und Antimaterie-Triebwerke die Lösung?
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