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CONTOUR
Kometen-Sonde im All verschollen
von Stefan Deiters
astronews.com
19. August 2002

Die Comet Nucleus Tour (CONTOUR) der NASA ist offenbar gescheitert: Nach einem Zünden der Triebwerke der Sonde, die die Kerne zweier Kometen aus nur 100 Kilometern Abstand untersuchen sollte, gelang es bis heute nicht, wieder Kontakt zum Raumschiff herzustellen.  Durch ein Teleskop glauben manche sogar schon Wrackteile von CONTOUR ausgemacht zu haben.

Contour

CONTOUR. Bild: NASA, JHUAPL, Cornell

Am letzten Donnerstag sollte die CONTOUR-Mission quasi ein zweites Mal starten: Nachdem die Sonde Anfang Juli mit einer Rakete in einen Erdumlaufbahn gebracht worden war, stand für den Donnerstag vergangener Woche das Zünden der Treibwerke des kleinen Raumschiffs auf dem Programm, durch das es auf einen Orbit um die Sonne gebracht werden sollte. Da sich die Sonde zum Zeitpunkt des Zündens der Triebwerke auf einem sehr niedrigen Punkt der elliptischen Bahn um die Erde befand, hatte die Bodenkontrolle keinen Kontakt zur Sonde.

Allerdings war geplant, dass die Signale von CONTOUR nur etwa 45 Minuten nach dem Manöver vom Deep Space Network der NASA wieder aufgefangen werden. Allerdings wurde bis heute kein Signal empfangen. Die Ingenieure am Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins Universität, die für die Sonde verantwortlich ist, hatten zunächst gehofft, dass es sich nur um eine einfache Fehlfunktion handelte, durch die die Sonde in einen so genannten Safe-Mode geschaltet hat, in dem keinerlei Kommunikation mit der Erde möglich ist. Später hoffte man, dass sich die Sonde, wie im Bordcomputer programmiert, nach 24 Stunden ohne Kontakt zu Erde automatisch meldet - vergeblich.

Inzwischen sieht es immer düsterer aus: Mit einem Teleskop des Spacewatch-Projektes wurden zwei Objekte außerhalb des Mondorbits gesichtet, die nach Ansicht von Experten Überreste der Sonde sein könnten. Mit Teleskopen, Radar- und Radiobeobachtungen soll in dieser Woche weiter versucht werden, hinter das genaue Schicksal von CONTOUR zu kommen. Durch die Bilder das Spacewatch-Teleskops wüsste man, so Dr. Robert Farquhar, Missionsleiter von CONTOUR, "zumindest wo man suchen müsse".

CONTOUR war so programmiert, dass die Sonde nach 92 Stunden nach dem letzten Kontakt zur Erde einen weiteren Versuch zur Kontaktaufnahme mit der Erde unternimmt und zwar mit verschiedenen Antennen. Das Team am Applied Physics Laboratory hofft nun, doch noch etwas von CONTOUR zu hören. "Wir sind uns noch nicht sicher, dass das Raumschiff komplett verloren ist", meint Farquhar. "Und daher arbeiten wir die nächsten Tage weiter, um genaue Informationen zu bekommen."

Links im WWW
www.contour2002.org, Webseite über die Comet Nucleus Tour
siehe auch
Contour: Kometen-Sonde bald startbereit - 26. April 2002
Contour: Rendezvous mit zwei Kometen - 16. Februar 2000
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