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STERNE
Forscher streiten um Quarksterne
von Rainer Kayser
13. August 2002

Beobachtungen mit dem US-Röntgenteleskops Chandra führten im April zu einer sensationellen Entdeckung: Forscher glaubten zwei Sterne aus einer neuen Form von Materie entdeckt zu haben.  Nun haben Kollegen eins der Objekte noch einmal genauer untersucht. Ihrer Ansicht nach handelt es sich nicht um einen Quarkstern, sondern um einen ganz normalen Neutronenstern.

RXJ1856.5-3754
 
Chandra-Aufnahme des Objektes RXJ1856.5-3754.
Foto: NASA/CXC/SAO/J. Drake et al.

Im April hatten amerikanische Astronomen die Entdeckung zweier so genannten Quarksterne bekannt gegeben - Sterne, in denen die Materie noch dichter als in Neutronensternen gepackt sein soll (astronews.com berichtete). Nun widersprechen ihnen Forscher der Stanford University: Es handele sich bei den beiden Objekten um normale Neutronensterne, die lediglich eine kleine, heiße Polarkappe besäßen. Dadurch entstünde die Illusion eines kleineren - und damit dichteren - Objekts.

Die neuen Beobachtungen von Timothy Braje und Roger Romani zeigen, dass das Himmelsobjekt RX J1856.5-3754 nicht, wie bislang angegeben 11,3 Kilometer, sondern 27 Kilometer groß ist. Damit sei die Quark-Stern-Interpretation "stark ausgeschlossen", schreiben die beiden Forscher in einer beim Fachblatt Astrophysical Journal eingereichten Arbeit.

Doch Jeremy Drake vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) in Cambridge, Leiter des Entdeckerteams der vermeintlichen Quarksterne, gibt sich noch nicht geschlagen. "Bislang hat niemand die Atmosphären derartig dichter Objekte mit starken Magnetfeldern in allen Einzelheiten modelliert", äußerte er gegenüber dem Magazin Sky & Telescope. Es sei deshalb durchaus möglich, dass die neuen Daten von Braje und Romani auch mit einem Quarkstern verträglich sind.

Links im WWW
Chandra X-ray Observatory, Seite der NASA
siehe auch
Chandra: Eine neue Form von Materie? - 11. April 2002
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