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Die ESA veröffentlichte gestern ein Bild des Hubble-Weltraumteleskops, das einen äußerst ungewöhnlichen planetarischen Nebel zeigt. Der Nebel um diesen im Sterben liegenden Stern ist extrem weit ausgedehnt. Astronomen glauben, dass die Erforschung von planetarischen Nebeln auch zu wichtigen Erkenntnissen über die Anreicherung der schweren Elemente im Universum führen kann.
Bilder von planetarischen Nebeln sind immer sehenswert: Es gibt sie in den unterschiedlichsten Formen und Farben. Aber allen gemeinsam ist, dass es sich hierbei um das Ende im nuklearen Leben eines Sterns handelt. Bald wird der helle Zentralstern des planetarischen Nebels als Weißer Zwerg langsam immer weiter abkühlen und schließlich unsichtbar werden. Vom Nebel um den Stern ist dann nichts mehr zu sehen, dieser existiert nur so lange, wie die sterbende Sonne das zuvor abgestoßene Material noch durch ihrer Strahlung zum Leuchten bringen kann. Das Sterben eines Sterns ist für Astronomen aus einem besonderen Grunde interessant: Während ihres nuklearen Lebens sind Sonnen wahre Elementfabriken und produzieren in ihrem Inneren aus Wasserstoff und Helium schwerere Elemente wie Sauerstoff, Stickstoff und Kohlenstoff. In der Endphase im Leben eines Sterns werden diese Elemente zusammen mit den äußeren Hüllen der Sonnen ins All geblasen. Die Elemente werden dann bei der Entstehung von neuen Sternen und Planetensystemen mit verwendet - ein Grund weswegen immer wieder gerne gesagt wird, dass wir alle aus Sternenstaub gemacht sind. Die Untersuchung von planetarischen Nebeln ist daher nicht zuletzt eine Suche nach den eigenen Ursprüngen. Die Hubble-Aufnahme des planetarischen Nebels Henize 3-401 zeigt, dass es sich hierbei um einen der ausgedehntesten planetarischen Nebel handelt, die bislang entdeckt worden sind. Außerdem sieht man in der Aufnahme erstmals den Zentralstern, also jene Sonne, die für den Nebel verantwortlich ist. Unklar ist den Forschern nach wie vor, warum planetarische Nebel oftmals so ausgedehnt sind. Wie kommt es überhaupt dazu, dass etwas recht symmetrisches wie ein Stern solche Strukturen erzeugen kann? Manche glauben, dass ein zweiter unentdeckter Stern dafür verantwortlich ist, andere geben starken Magnetfelder die Schuld dafür. Henize 3-401 ist für die Astronomen deswegen so interessant, weil sie hier direkt in das Gemisch aus unterschiedlichen Elementen schauen können. Oftmals entstehen in dieser Umgebung auch komplexere organische Moleküle, die eventuell einmal als Grundbausteine für Leben dienen werden. Die Phase, in der man Henize 3-401 gerade beobachten kann, ist relativ kurz: In nur wenigen Tausend Jahren wird der nukleare Brennstoff des Zentralsterns aufgebraucht sein. Durch die Kombination von Hubble-Bildern mit Daten des europäischen Infrarot-Teleskops ISO versuchen die Forscher hinter das Geheimnis von Henize 3-401 zu kommen, haben aber bislang noch nicht herausgefunden, wie der Nebel seine Form bekam. Henize 3-401 liegt in einer Entfernung von 10.000 Lichtjahren im südlichen Sternbild Schiffskiel.
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