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LA SILLA
Einblick in Tarantulas Reich
von Stefan Deiters
astronews.com
10. Juni 2002

Um faszinierende Bilder zu machen bedarf es nicht unbedingt der größten Teleskope. Das beweist eindrucksvoll eine Aufnahme des Tarantula-Nebels in der Großen Magellanschen Wolke. Das Bild entstand mit einem 2,2-Meter Teleskop in La Silla und dem Wide Field Imager und zeigt eine Vielzahl unterschiedlicher Objekte.

Tarantula-Nebel

Der Tarantula-Nebel (NGC 2070 oder auch 30 Doradus) in der Großen Magellanschen Wolke aufgenommen vom Wide-Field Imager des 2,2 Meter MPG/ESO Teleskops in La Silla. Foto:  ESO
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Der Tarantula-Nebel, der seinen Namen wegen seines eigentümlichen Aussehens erhalten hat, ist auch unter dem Namen 30 Doradus oder NGC 2070 bekannt. Er liegt in der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie der Milchstraße in rund 170.000 Lichtjahren Entfernung. Dieser größte Emissionsnebel am Himmel hat einen Durchmesser von mehr als 1.000 Lichtjahren und erscheint am Firmament fast so groß wie der Vollmond. Allerdings ist er nur auf der Südhalbkugel der Erde zu sehen, dort aber schon mit bloßem Auge.

Sein eindrucksvolles Aussehen verdankt der Nebel den starken Emissionen von Wasserstoff- und Sauerstoff-Gas im Zentrum. Sie entstehen durch die starke ultraviolette Strahlung, die von den hier vorhandenen jungen Sternen ausgeht. Dieser zentrale Sternhaufen, R136 genannt, entstand vermutlich vor rund zwei bis drei Millionen Jahren. Die rötliche Bereiche im Nebel deuten auf Wasserstoff-Atome hin, grünlich-blaue Regionen auf Wasserstoff- und Sauerstoff-Atome.

Neben den heißen Sternen im Zentrum sind auf der Aufnahme, die aus insgesamt 15 Einzelaufnahmen zusammengestellt wurde, noch zahlreiche andere kleinere und jüngere so genannte offene Sternhaufen zu sehen, die sich auch im Bereich des Nebels befinden. Außerdem sind zwei Kugelsternhaufen zu erkennen, einer am ganz linken Rand der Aufnahme (NGC 2100) und KMHK 1137 am oberen rechten Rand. Interessant ist dabei die unterschiedliche Farbe der Sterne der beiden Sternhaufen: Die Sterne von NGC 2100 erscheinen hell und bläulich, was darauf schließen lässt, dass sie relativ jung sind. Die Sonnen in KMHK 1137 sind wesentlich leuchtschwächer und röter, ein Hinweis auf ihr Alter und möglicherweise in dieser Region vorhandenen Staub.

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