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Ist das die Nachricht auf die viele so lange gewartet haben? Nur wenige Monate nach Beginn der Marserkundung durch die NASA-Sonde 2001 Mars Odyssey glauben Forscher Wassereis direkt unter der Oberfläche des roten Planeten ausgemacht zu haben und dies in einer Menge, die die kühnsten Erwartungen der Wissenschaftler übersteigt.
"Das sind wirklich begeisternde Ergebnisse und der beste direkte Beweis für die Existenz von Wasser unter der Oberfläche des Mars", so Dr. William Boynton, der für das Gammastrahlen-Spektrometer an Bord der Sonde 2001 Mars Odyssey verantwortlich ist. "Wir hatten immer Hoffnung, dass wir Beweise für Eis finden werden, aber was wir nun tatsächlich entdeckt haben ist mehr Eis als wir je erwartet hatten." Die Forscher sind dem lebenswichtigen Nass mit Hilfe des Gammastrahlen-Spektrometers an Bord der Marssonde auf die Spur gekommen. Mit dem Instrument sind die Wissenschaftler in der Lage Wassereis bis in einen Meter Tiefe unter der Marsoberfläche nachzuweisen. Und genau dies gelang ihnen in einer großen Region rund um den Südpol des roten Planeten. "Man könnte diese entdeckte Schicht mehr als verdrecktes Eis bezeichnen und nicht als Geröll das Eis enthält", erläutert Boynton. Die Entdeckung beruht auf der Intensität von Gammastrahlen, die vom Wasserstoff ausgesandt werden in Kombination mit Messungen der Intensität von Neutronen. Die Menge an aufgespürtem Wasserstoff deutet darauf hin, dass unter der Oberfläche zwischen 20 bis 50 Prozent der Massenanteile in Form von Wassereis vorliegen. Da aber Wassereis eine geringere Dichte als Gestein hat, dürfte dies vom Volumen her gesehen, einen Wassereisanteil von über 50 Prozent bedeuten. Ein Eimer von Erde aus diesem Bereich würde somit einen halben Eimer Wasser ergeben. Mit dem Gammastrahlen-Spektrometer haben die Marsforscher die einmalige Möglichkeit die Regionen bis in einen Meter Tiefe unter der Marsoberfläche zu untersuchen. Die Ergebnisse haben nun gezeigt, dass der entdeckte Wasserstoff nicht gleichförmig verteilt ist, sondern in den tieferen Schichten konzentrierter auftritt. Zudem fanden sich die meisten wasserstoffreichen Regionen in Gebieten, in denen es sehr kalt ist und in denen Eis somit sehr stabil sein sollte. Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass der Wasserstoff hier in Form von Eis vorhanden sein muss. Die Eisschicht beginnt etwa 60 Zentimeter unter der Marsoberfläche, in größerer Nähe zum Marssüdpol sogar schon in 30 Zentimeter Tiefe. "Der Mars hat uns schon wieder überrascht", freut sich Odyssey-Projektwissenschaftler Dr. R. Stephen Saunders. "Die frühen Ergebnisse des Gammastrahlen-Sprektrometers sind besser als wir es je zu hoffen gewagt hatten. In einigen Monaten beginnt auf der Nordhalbkugel des Mars der Sommer. Es wird spannend sein, zu beobachten, was sich unter der Polarkappe aus gefrorenem Kohlendioxid verbirgt." Dieses so genannte Trockeneis verhindert derzeit die Entdeckung von Wassereis in der Nordpolarregion des roten Planeten. Mit dem Abtauen der Polarkappe könnte sich dies aber ändern. "Wir haben für lange Zeit vermutet, dass es auf dem Mars einmal große Mengen an Wasser gab und das große Rätsel war immer, wo es geblieben ist und was das für Auswirkungen für mögliches Leben hatte", bewertet Dr. Jim Garvin von der NASA die neuen Erkenntnisse. "Die jetzt veröffentlichten Daten sind ein sehr wichtiges Teil des Puzzles aber wir müssen weitersuchen, vielleicht in noch tieferen Regionen, um herauszufinden, wo der Rest des Wassers geblieben ist." Auch in Gebieten außerhalb der Südpolarregion fanden die Forscher Wasserstoff im Untergrund, allerdings in weitaus geringeren Mengen. Hier halten sie es für eher unwahrscheinlich, dass es sich um Wassereis handelt. Es könnte sich vielmehr um Wasserstoff handeln, der in Mineralien der Marserde gebunden ist.
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