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JUPITERMOND EUROPA
Alle Zutaten für Leben vorhanden?

von Stefan Deiters
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22. Mai 2002

Immer neue Hinweise auf einen Ozean unter der eisigen Oberfläche des Jupitermonds Europa lassen Forscher darüber spekulieren, ob denn außer Wasser auch die anderen Zutaten für Leben auf dem eisigen Trabanten des Gasriesen vorhanden sind. Eine Studie zweier amerikanischer Wissenschaftler kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass Europa alles bietet, was Leben benötigt.

Europa

Jupitermond Europa. Foto: NSSDC/NASA

Da die Entstehungsgeschichte des Jupitertrabanten noch unsicher ist, bereitet es den Wissenschaftlern Probleme, die exakte Zusammensetzung des Mondes vorauszusagen. So gibt es Modelle, nach denen Europa bei seiner Entstehung über sehr wenig Kohlenstoff und andere nach unserer Ansicht lebensnotwendigen Stoffe verfügte. Dr. Elisabetta Pierazzo vom Planetary Science Institute und Dr. Christopher Chyba vom SETI-Institut untersuchten nun, inwieweit Kometen als Lieferanten dieser entscheidenden Stoffe eine Rolle spielen könnten. Ziel der Forscher war es, eine untere Grenze für die Häufigkeit dieser Stoffe auf dem Mond anzugeben. Das Ergebnis: Es dürften inzwischen genügend Kohlenstoff, Stickstoff, Schwefel und Phosphor auf Europa vorhanden sein.

"Wir wissen jetzt, dass es alles vorhanden ist, um eine Biosphäre auf Europa zu bilden", so Chyba, der am SETI-Institut auch mit astrobiologischen Forschungen beschäftigt ist. "Wenn all diese Stoffe in den Ozean gelangen und es dort Prozesse gibt, die zur Bildung komplexerer Moleküle führen, könnten sich diese Elemente zu lebenden Zellen entwickeln", erläutert Pierazzo. Das Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift Icarus.

In ihren Modellen haben die Wissenschaftler errechnet, wie viel Material aus Kometen nach einem Einschlag auf dem Mond zurückbleiben würde. Sie berücksichtigten dabei die typischen Größen, Dichten und Einschlagsgeschwindigkeiten der Kometen sowie die geringer Entweichgeschwindigkeit des Mondes etwa im Vergleich zur Erde. Durch die niedrige Entweichgeschwindigkeit geht - anderes als auf der Erde - ein beträchtlicher Anteil des Materials nach einem Einschlag wieder verloren. Frühere Studien hatten gezeigt, dass auf der Erde ein bedeutender Anteil von Lebensbausteinen durch den Einschlag von Kometen auf den Planeten gebracht worden sein könnte.

Chyba und Pierazzo errechneten nun, dass trotz der niedrigen Entweichgeschwindigkeit, allein durch Kometen im Laufe der Zeit Milliarden Tonnen von Kohlenstoff und auch Stickstoff, Schwefel und Phosphor auf die Oberfläche des Jupitermondes gelangt sein dürften. Diese Menge entspricht etwa einem Prozent der Biomasse von einfachen Zellen im Erdozean, die als Vorläufer für einfaches Leben gelten. Für Anhänger der These von Leben in unserem Sonnensystem außerhalb der Erde dürften diese Resultate neuer Ansporn sein, weiter nach den ersten nichtirdischen Lebensformen zu suchen.

URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2002/05/0205-015.shtml

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