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JUNGE STERNE
Sorgen Planeten für langsame Rotation?
von Stefan Deiters
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6. Mai 2002

Sterne scheinen in mancher Hinsicht menschlicher zu sein als gedacht: So benehmen sich beispielsweise manche jungen Sterne nicht so wie sie sollen. Amerikanische Astronomen entdeckten jetzt, dass sich einige Jungsonnen langsamer drehen als sie eigentlich müssten. Über die Ursache rätseln die Forscher. Ein Grund könnte allerdings ein schon vorhandenes Planetensystem sein.

Orion-Nebel

Der Orion-Nebel, ein faszinierendes Sternentstehungsgebiet. Foto:  JPL / NASA / 2MASS
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Eigentlich sollten sich junge Sterne strikt so verhalten, wie man es aus dem Physikunterricht in der Schule kennt: Wenn die jungen Sonnen aus einer Gaswolke zu einem neuen Stern kollabieren, werden sie immer kleiner und ihre Rotation sollte immer stärker werden. "Ein junger Stern sollte sich wie ein Eiskunstläufer verhalten, der die Arme an sich ranzieht, um die Drehung zu beschleunigen", so Dr. Luisa Rebull vom Jet Propulsion Laboratory der NASA. Trotzdem fanden die Wissenschaftler einen nicht unbedeutenden Anteil von jungen Sternen, die dieses Verhalten nicht zeigten: Ihre Rotation beschleunigte sich nicht während sie kleiner wurden. "Wir wissen nicht warum sich manche Sterne hier anders verhalten, aber wollen das natürlich sehr gerne herausfinden."

Die Forscher haben auch schon einige Ideen wie es zu diesem Verhalten kommen könnte: Es könnte einfach eine Eigenart im Sternentstehungsprozess sein oder aber starke stellare Winde könnten - ähnlich wie ein Eiskunstläufer der die Arme wieder ausbreitet um die Drehung zu verlangsamen - die Rotation abbremsen. Außerdem könnten Magnetfelder die Rotation des Sterns an die langsamere Drehung der Scheibe aus Gas und Staub um ihn herum binden. In dieser Staubscheibe könnten sich später eventuell Planeten bilden.

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Das vierte Erklärungsmodell allerdings ist das Faszinierendste: Um die junge Sonne könnten sich schon Planeten gebildet haben, die die Drehung des Zentralsterns verlangsamen. Bewahrheitet sich dieser Verdacht, würde der Befund den Forschern ein neue Möglichkeit eröffnen, um nach fernen Planetensystemen und einer zweiten Erde zu suchen. Rebull hat mit ihren Kollegen über 9.000 Sterne im Orion-Nebel und in NGC 2264 untersucht und dabei etwa 500 Sterne gefunden, die Staubscheiben aufweisen könnten. Dies würde allerdings die Theorie unterstützen, dass diese Staubscheiben für ein Verlangsamung der Rotation verantwortlich sind.

Die Forschungen stehen im Zusammenhang mit dem Origins-Programm der NASA, in dessen Rahmen sich die amerikanische Weltraumbehörde auf die Suche nach den Ursprüngen machen will. Dazu wird im nächsten Jahr ein neues Infrarot-Weltraumteleskop gestartet, das unter anderem nach Staubscheiben um junge Sonnen suchen soll.

Links im WWW
NASA's Origins Program
Rotation in Young Stars, Seite von Luisa M. Rebull zu ihrer Forschung
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