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KUIPER-GÜRTEL Hubble verfolgt Bahn eines Mini-Pluto von Stefan Deiters astronews.com 18. April 2002 Vor einem Jahr entdeckte ein internationales Astronomenteam, dass es sich bei dem Kuiper-Gürtel Objekt 1998 WW31 um ein System aus zwei Objekten handelt. Das Hubble-Weltraumteleskop hat dieses ominöse Duo, das unsere Sonne alle 301 Jahre umläuft, nun noch einmal genauer untersucht.
Vor vier Jahren entdeckten Astronomen im so genannten Kuiper-Gürtel jenseits der Neptun-Bahn das Kuiper-Gürtel-Objekt 1998 WW31. Im April letzten Jahres veröffentlichten Astronomen die Ergebnisse der Beobachtungen von 1998 WW31 mit Hilfe des 3,6 Meter Canada-France-Hawaii Telescope auf dem Manua Kea: Zu ihrer Überraschung handelte es sich bei 1998 WW31 um ein Doppelobjekt - das erste bis dahin entdeckte. (astronews.com berichtete). Bei 1998 WW31 dürfte es sich - genau wie bei den anderen eisigen Welten im Kuiper-Gürtel - um Überbleibsel von der Entstehung unseres Sonnensystems handeln. Die prominentesten Vertreter dieser Kuiper-Gürtel-Objekte (kurz KBO genannt) sind zweifelsohne Pluto und sein Mond Charon. Weitere KBOs wurden erst 1992 entdeckt - bis dahin existierte der Kuiper-Gürtel nur in der Vorstellung der Astronomen als Reservoir für Kometen. Mit dem System Pluto-Charon vor Augen lag natürlich bald die Frage nahe, wie viele Doppel-Objekte es hier am Rande des Sonnensystems noch gibt. Seit 1992 wurden viele weitere Objekte im Kuiper-Gürtel entdeckt - manche davon waren Doppel-Objekte ganz wie Pluto und Charon. "Mehr als ein Prozent der inzwischen bekannten 500 KBO sind in der Tat Doppelobjekte", erläutert Christian Veillet von der Canada-France-Hawaii Telescope-Kooperation. "Das ist schon eine faszinierende Tatsache, für die wohl manche Erklärung vorgeschlagen werden wird. Ein spannendes Forschungsfeld also in den nächsten Jahren." Im Vergleich zum Pluto-Charon-System ist 1998 WW31 wirklich winzig: Die beiden Partner haben nur etwa den 5000. Teil der Masse von Pluto und seinem Begleiter und umkreisen sich alle 570 Tage auf einem äußerst exzentrischen - also extrem unkreisförmigen - Orbit. Ihre Entfernung voneinander schwankt dabei zwischen 4.000 Kilometern und 40.000 Kilometern. Das genaue Vermessen der Orbits der Partner erlaubt den Forschern die Bestimmung der Masse des Systems. Wie diese Doppelobjekte entstanden sind, ist den Forschern bislang nicht klar: Sie könnten entweder als Doppelobjekte entstanden oder aber das Produkt einer Kollision sein, durch die ein größeren Objekt auseinander gebrochen ist. Der Kuiper-Gürtel gehört zu den letzten großen Rätseln, die die Astronomen auf dem Weg zum Verständnis unseres Sonnensystems lösen müssen. So beobachtet man beispielsweise Staubscheiben um ferne Sonnen, die sich durch Kollisionen von Kuiper-Gürtel-Objekten erklären lassen würden. |
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