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ATV
Mit Jules Verne zur ISS
Redaktion
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15. April 2002

In etwas mehr als zwei Jahren dürfte erstmals ein europäischer Raumfrachter an die Internationale Raumstation ISS andocken. Das erste Exemplar dieser Automatic Transfer Vehicle (ATV) stellte die ESA in der letzten Woche vor. Es trägt den Namen eines großen Visionärs des 19. Jahrhunderts: Jules Verne.

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Das ATV soll automatisch an die ISS andocken und kann dann bequem von der Besatzung entladen werden. Bilder: ESA/D. Ducros

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Über dreißig internationale Medienvertreter wohnten am 9. April der Taufe des ersten automatischen Transferfahrzeugs der ESA in ihrem Weltraumforschungs- und Technologiezentrum (ESTEC) bei. Diese erste Ausführung des vielseitigen Raumschleppers, die Ende 2004 gestartet werden soll und im ESTEC in ihrer kompletten Einsatzkonfiguration zu sehen war, wurde auf den Namen "Jules Verne" getauft, um den französischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts zu ehren, der Millionen junger Leute begeistert und die Weltraumwissenschaftler und -forscher durch seine außergewöhnlichen geistigen Vorstöße inspiriert hat: Von der Erde zum Mond, 20 000 Meilen unter dem Meer, Reise zum Mittelpunkt der Erde, um nur einige zu nennen.

"Vernes fantastische Geschichten haben uns etwas gegeben, wovon wir träumen können: die Zukunft", sagt Robert Laine, der ATV-Projektleiter der ESA, bei der Feier. "Wir in der ESA tragen mit unserem Raumschlepper für die Internationale Raumstation dazu bei, dass die Zukunft Realität wird", fügt er hinzu.

Die Internationale Raumstation (ISS) muss regelmäßig mit Ausrüstung für wissenschaftliche und kommerzielle Zwecke, Treibstoff zur Anhebung ihrer Bahn, Ersatzteilen sowie Proviant, Sauerstoff- und Wasservorräten für die ständige Mannschaft beliefert werden. Ab seinem Jungfernflug im Herbst 2004 wird das ATV bei der Versorgung der ISS eine entscheidende Rolle spielen.

Die ESA wird mindestens acht ATV bauen; die genaue Zahl hängt von der tatsächlichen Betriebsdauer der Raumstation ab. An dem Vorhaben sind dreißig Unternehmen aus zehn europäischen Ländern unter der Leitung des Unternehmens EADS Launch Vehicles (Frankreich) beteiligt, das außerdem Beiträge von acht Firmen aus Rußland und den USA zur Entwicklung des Raumschleppers koordiniert.

Die ATVs werden an Bord einer Ariane 5-Rakete in eine Umlaufbahn geschossen und sollen dann automatisch an die Internationale Raumstation ISS andocken. Sie können so bequem entladen und wieder mit Müll und nicht mehr benötigten Gegenständen befüllt werden. Nach etwa einem halben Jahr werden die Raumfahrzeuge dann von der ISS abkoppeln und in der Atmosphäre vollständig verglühen. Im Schnitt soll ab Ende 2004 alle 15 Monate ein ATV gestartet werden. Das 8,5 Meter lange Raumschiff kann insgesamt 7,2 Tonnen an Ausrüstungsgegenständen ins All transportieren.

URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2002/04/0204-018.shtml

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