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KOMET BORRELLY
Schmutziger Schneeball ohne Schnee

von Stefan Deiters
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8. April 2002

Kometen werden von Astronomen gerne als schmutzige Schneebälle bezeichnet: Beim Vorüberflug der kleinen Sonde Deep Space 1 am Kometen Borrelly im September letzten Jahres zeigte sich allerdings, das diese Beschreibung nicht ganz richtig ist: An der Oberfläche des Kometen fand die Sonde nämlich keinerlei Eisspuren.

Borrelly

Der Kern des Kometen Borrelly. Foto: JPL/NASA

Ganz falsch ist die Beschreibung jedoch trotzdem nicht: Der Komet Borrelly verfügt über eine beträchtliche Menge an Eis, nur liegt dies verborgen unter der Oberfläche des Kometen. An der Oberfläche hingegen, so die Analyse von Daten der Sonde Deep Space 1, ist alles Wassereis durch das Sonnenlicht verdampft. "Die Analyse des Spektrums deutet darauf hin, dass die Oberfläche trocken und heiß ist", erläutert Dr. Laurence Soderblom vom U.S. Geological Survey. "Wir wissen zwar dass Eis vorhanden ist, aber es ist gut versteckt. Entweder ist es durch das Sonnenlicht komplett geschmolzen oder aber ein dunkles Material überdeckt das Oberflächeneis so perfekt, dass wir es nicht erkennen können."

Das Team der Sonde Deep Space 1 hatte kurz nach dem spektakulären Vorüberflug der kleinen Raumsonde am Kometen Borrelly am 22. September 2001 erste wissenschaftliche Daten über den Kometen und seinen Kern veröffentlicht. Deep Space 1 war - zum Ende seiner äußerst erfolgreichen Mission - in einem Abstand von nur 2.171 Kilometern an Borrelly vorübergeflogen. Die in dieser Woche veröffentlichten Untersuchungen vertiefen den ersten Eindruck vom Kometenkern und seiner Umgebung.

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"Der Komet Borrelly ist zur Zeit gerade im Inneren unseres Sonnensystems und mit einer Temperatur zwischen 26 und 71 Grad Celsius vergleichsweise heiß. So würde jedes Wassereis auf der Oberfläche schnell verdampfen", erläutert Dr. Bonnie Buratti vom NASA Jet Propulsion Laboratory. "Wenn es verdampft, bleibt eine Kruste zurück, etwas wie der Schmutz der übrig bleibt, wenn dreckiger Schnee schmilzt." Borrelly ist für ein Objekt im inneren Sonnensystem außerordentlich dunkel, er hat vielleicht sogar die schwärzeste Oberfläche im Sonnensystem und gleicht mehr den Objekten im äußeren Bereich des Planetensystems.

"Borrelly scheint mit einem dunklen Material bedeckt zu sein, das gelegentlich mit biologischem Material in Verbindung gebracht wird", so Buratti weiter. "Das unterstützt die These, dass Kometen eventuell die Grundbausteine von Leben auf die Erde gebracht haben könnten." Die Wissenschaftler, die die Daten der Sonde auswerteten, sind nach wie vor begeistert, wie viel sie durch den Vorüberflug über den Kometen erfahren haben. Eigentlich sollte Deep Space 1 lediglich zwölf neue Technologien testen und war nie dafür konzipiert einen Kometen zu erforschen.

Links im WWW
Deep Space 1, Projekthomepage am JPL
siehe auch
DS1: Das Ende einer Erfolgsmission - 18. Dezember 2001
DS1: Der Kern des Kometen Borrelly - 26. September 2001

DS1: Kometen-Rendezvous erfolgreich - 24. September 2001
DS1: Rendezvous mit Kometen Borrelly - 19. September 2001
DS1: Spektakuläre Rettungsaktion - 11. Juli 2000
DS1: Einsatzbereit auch ohne Star Tracker? - 27. Januar 2000
DS1: Völlig losgelöst von der Erde
- 19. Mai 1999

Antrieb für die Zukunft
- 7. April 1999
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