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GAMMA-RAY-BURSTS
Sternexplosion als Ursache?
von Rainer Kayser
4. April 2002

Kurzzeitige Ausbrüche im Gammastrahlenbereich, so genannte Gamma-Ray-Bursts, beschäftigen die Astronomen schon seit vielen Jahren. Bislang ist es nicht gelungen die Ursache dieser Ausbrüche zu finden. Neue Beobachtungen lassen jetzt aber hoffen.

Die Astronomen sind der Enträtselung der mysteriösen Gammastrahlungs-Ausbrüche einen Schritt näher gekommen. Wie James Reeves von der Universität Leicester und seine Kollegen in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts Nature berichten, konnten sie im Nachglühen eines Gamma-Ausbruchs den spektralen Fingerabdruck einer Supernova-Explosion nachweisen. Beobachtungen mit dem Röntgensatelliten XMM-Newton zeigten eine heiße Gaswolke, die sich mit hoher Geschwindigkeit vom Ort des Gamma-Ausbruchs wegbewegt. Die Wolke enthält eine Mischung der Elemente Magnesium, Silizium, Schwefel, Kalzium und Argon - typisch für die Überreste eines explodierten Sterns.

Jeden Tag wird die Erde von ein oder zwei nur Sekundenbruchteile dauernden Schauern hochenergetischer Gammastrahlung getroffen. Zwar wissen die Astronomen, dass diese Strahlung ihren Ursprung in fernen Galaxien haben muss, über ihre Ursache können sie bislang aber nur spekulieren. Die favorisierten Modelle der Forscher sind dabei der Zusammenprall zweier Neutronensterne und die Explosion extrem massereicher Sterne.

Die Beobachtungen von Reeves und seinen Kollegen belegen nun, dass dem Gamma-Ausbruch eine Supernova-Explosion vorangegangen sein muss. Die Daten des Röntgensatelliten zeigen, dass sich das 50 Millionen Grad heiße Gas mit einer Geschwindigkeit von 26.000 Kilometern in der Sekunde bewegt - fast einem Zehntel der Lichtgeschwindigkeit. Daraus konnten die Wissenschaftler errechnen, dass die Sternexplosion zwischen 10 und 100 Stunden vor dem Gamma-Ausbruch stattgefunden haben muss. Zwar bleibt weiterhin unklar, welcher Vorgang schließlich zur Erzeugung der Gammastrahlen führt. Der Zusammenprall zweier Neutronensterne kann jedoch, so Reeves, definitiv als Ursache der Gamma-Ausbrüche ausgeschlossen werden.

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