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KOSMOLOGIE
Neue Beweise für dunkle Energie
von Rainer Kayser
22. März 2002

Erste Hinweise darauf, dass sich die Expansion unseres Weltalls beschleunigt und nicht etwa verlangsamt sorgten vor einigen Jahren für Unruhe in der Wissenschaft. Zur Erklärung nötig war nämlich eine "dunkle Energie", von der niemand weiß, um was es sich genau handeln könnte. Nun hat ein Astronomen-Team weitere Beweise für eine beschleunigte Expansion des Weltalls vorgelegt.

Neue Beweise für die beschleunigte Expansion des Weltalls hat jetzt ein 27-köpfiges Team von Astronomen aus Großbritannien und Australien vorgelegt. Die Forscher hatten unter der Leitung von George Efstathiou von der Universität Cambridge die Verteilung von 250.000 Galaxien im Kosmos untersucht. Sie verglichen diese Verteilung dann mit Strukturen in der kosmischen Hintergrundstrahlung, einer Art Echo des Urknalls, in welchem sich die Bedingungen in der Frühphase des Universums widerspiegeln. Der Vergleich zeigt eindeutig, so berichten Efstathiou und seine Kollegen in der jüngsten Ausgabe des Fachblatts Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, dass unser Kosmos von einer geheimnisvollen "dunklen Energie" erfüllt ist, welche die Expansion des Weltalls beschleunigt.

Vor drei Jahren hatten zwei Forschungsgruppen unabhängig voneinander erste Beweise für eine solche Beschleunigung vorgelegt und damit für Aufsehen unter den Astronomen gesorgt. Denn bislang waren die Himmelsforscher davon ausgegangen, dass die Ausdehnung des Kosmos durch die Schwerkraft langsam abgebremst wird. Die damals präsentierten Untersuchungen an fernen explodierenden Sternen, so genannten Supernovae, zeigten jedoch, dass die Expansionsgeschwindigkeit entgegen dieser Erwartungen mit der Zeit zunimmt.

Das Konzept einer zusätzlichen Energie im Kosmos war bereits von Albert Einstein im Rahmen seiner Allgemeinen Relativitätstheorie eingeführt, aber später als überflüssig verworfen worden. Worum es sich bei der dunklen Energie handelt, ist bislang unklar. "Die Erklärung für die dunkle Energie kommt vielleicht aus der String-Theorie, vielleicht benötigen wir dazu weitere Dimensionen des Raumes - oder gar Dinge, die vor dem Urknall passiert sind", meint Efstathiou, "wir wissen es einfach nicht. Nun sind die Theoretiker am Zug."

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