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GEMINI
Detaillierter Blick in aktive Galaxie
von Stefan Deiters
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22. März 2002

Am Gemini North-Teleskop auf Hawaii wurde unlängst ein neues Instrument in Betrieb genommen, was Astronomen einen vielschichtigen Blick auf das Geschehen in Zentren ferner Galaxien oder in Sternentstehungsgebieten erlaubt. Erste Beobachtungen galten dem Zentrum der aktiven Galaxie NGC 1068.

NGC 1068

So könnte nach den neusten Daten das Zentrum der aktiven Galaxie NGC 1068 aussehen. Die beiden Schockfronten der Jets in dieser künstlerischen Darstellung wurden farbkodiert: Die blauen Bereiche bewegen sich auf uns zu, die roten entfernen sich von uns. Darstellung: Jon Lomberg / Gemini Observatory [Großansicht].

Mit Hilfe des unlängst eingeweihten Integral Field Unit (IFU) am Gemini-Multi-Object Spectrograph (GMOS) gelang den Astronomen ein mehrdimensionales Bild von der Bewegung von Gas und Sternen nahe des Zentrums der aktiven Galaxie NGC 1068. Das Besondere: Alle nötigen Daten dazu wurden während nur einer einzigen Beobachtung gewonnen. Trotzdem offenbaren die Daten deutlich mehr, als bisherige Aufnahmen der fernen Galaxie: So ist unter anderen zu erkennen, wie zwei gewaltige Jets vom Zentrum ausgehend Material ins All schleudern - und dies über Entfernungen von Tausenden von Lichtjahren.

"Die Gemini-Daten von NGC 1068 zeigen uns eine der weniger bekannten Eigenschaften von galaktischen Jets", erläutert Dr. Jean-René Roy vom Gemini North Teleskop. "Zum ersten Mal konnten wir erkennen, wie sich der Jet mit großer Geschwindigkeit ausbreitet und auf die Gasscheibe der Galaxie stößt. Es ist wie eine große Welle, die auf die galaktische Küste trifft."

Die neuen Daten dürften auch helfen, frühere Beobachtungen, die etwa mit dem Hubble-Weltraumteleskop gemacht wurden, besser zu verstehen. "Große Teleskope auf der Erde sind die perfekte Ergänzung für Hubble, weil sie deutlich mehr Licht sammeln können. Aber man muss das Licht auch richtig verwenden und nicht den größten Teil davon wegwerfen. Mit den Fähigkeiten von GMOS können wir nun die physikalischen Prozesse detailliert studieren. Das sind Untersuchungen, die man früher - wegen des hohen Bedarfs an Beobachtungszeit - für entfernte kosmische Objekte nicht durchführen konnte," so Dr. Gerald Ceil von der Universität von North Carolina.

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"Wir sind wirklich begeistert von den Ergebnissen", freut sich auch Dr. Jeremy Allington-Smith von der Universität in Durham, wo das neue Instrument federführend entwickelt wurde. "Im Grunde genommen haben wir eine zusätzliche Dimension zum Instrument hinzugefügt, so dass wir die Bewegung von Sternen oder Gas in jedem Punkt des Bildes studieren können. GMOS IFU wird ein sehr leistungsstarkes Instrument sein, um die Zentren aktiver Galaxien zu studieren, die ein Schwarzes Loch enthalten oder aber die Bewegungen in Sternenstehungsgebieten."

Beim Integral Field Unit werden Hunderte kleiner Glasfaser-Äderchen benutzt, um Licht von jedem Punkt eines Teleskopbildes zu einem Spektrographen umzuleiten. Der Spektrograph erzeugt für das Licht eines jeden Äderchens ein individuelles Spektrum, durch dass man etwas über die Zusammensetzung und die Geschwindigkeit der beobachteten Sterne oder des Gases erfährt. Diese Technik wird auch bei anderen Großteleskopen angewandt.

Die beiden acht Meter Gemini-Teleskope gehören zu den derzeit leistungsfähigsten Teleskopen der Welt. Gemini North beobachtet von Hawaii aus den Nordhimmel, Gemini South liegt auf einem einsamen Berggipfel der chilenischen Anden. Durch die Lage der Teleskope auf den beiden Halbkugeln der Erde bieten sie den Astronomen die Möglichkeit, den gesamten Himmel mit gleichen Instrumenten zu untersuchen. Am Gemini-Observatorium sind die Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien, Kanada, Australien, Argentinien, Brasilien und Chile beteiligt.

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