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JUPITERMOND EUROPA
Ideale Bedingungen für Entwicklung von Leben?
von Stefan Deiters
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11. Februar 2002

Die Bedingungen auf dem Jupitermond Europa könnten Leben nicht nur ermöglichen, sondern es sogar fördern. Diese These vertritt der amerikanische Professor Richard Greenberg nach Auswertung von zahlreichen Bilder, die die NASA-Sonde Galileo von dem eisigen Jupitertrabanten gemacht hat.

Europa

Jupitermond Europa
. Foto: NSSDC/NASA

In der Februar-Ausgabe des Magazins American Scientist erläutert Greenberg, Professor für Planetenwissenschaften und Mitglied des Imaging-Teams der Galileo-Sonde, seine Theorie, nach der die Kombination diverser Faktoren zu lebensfördernden Nischen auf dem Jupitermond führen könnten. Der Trabant des Gasriesen wurde in den vergangenen vier Jahren wiederholt von der NASA-Sonde Galileo fotografiert und offenbarte dabei eine verkrustet Oberfläche aus gefrorenem Wasser.

Eine Kombination aus Gezeiteneffekten, erwärmtem Wasser und ein periodischer Kontakt mit der Oberfläche könnte nach Ansicht von Greenberg Leben nicht nur ermöglichen, sonders sogar eine Evolution von Leben fördern. "Das bedeutet, dass diese Bedingungen sogar recht gastfreundlich für Leben wären."

Der Forscher hat mit seinem Team seit 1997 die Bilder der NASA-Sonde Galileo studiert. Kombiniert mit Kenntnissen über die Geologie der Erde ergab sich daraus ein recht detailliertes Bild über die Umweltbedingungen auf dem eisigen Mond. Um Leben zu ermöglichen würde man, so Greenberg, flüssiges Wasser benötigen. Die gewaltigen Gezeitenkräfte, die Jupiter auf Europa ausübt, sollten ausreichen, um genügend Wärme zu produzieren, um das Wasser auf Europa flüssig zu halten. "Damit ist den Spekulationen über Leben Tür und Tor geöffnet."

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Allerdings sei mehr nötig, um Leben zu ermöglichen: Die Gezeiten dürften nach Ansicht Greenbergs dabei auch eine wichtige Rolle spielen. Dieses Auf und Ab des Wassers auf dem Jupitermond dürften Höhen von 500 Metern erreichen. Durch die Anziehungskraft des Gasriesen wird der Mond in seiner Gesamtheit sogar in die Länge gezogen. "Alles auf und unter der Oberfläche ist von den Gezeiten bestimmt." Diese würden auch für eine gute Durchmischung von Substanzen sorgen, die Leben ermöglichen.

Ferner seien aber auch stabile Bedingungen für Leben notwendig: Durch die gekoppelte Rotation von Europa um Jupiter zeigt über Tausende von Jahren die selbe Seite des Mondes in Richtung des Gasriesen. Aber über längere Perioden dürfte jede Nische einmal zufrieren. "Das würde es für einen Organismus erfordern, sich irgendwie anzupassen."

Greenberg stellte bei seinen Auswertungen zudem fest, dass es weitaus häufiger einen Austausch zwischen Oberfläche und Unterwelt des Mondes geben muss als bislang angenommen. "Der Ozean wechselwirkt mit der Oberfläche und es könnte eine Art Biosphäre geben, die von den Tiefen des Mondes bis unter die Kruste reicht." Anzeichen für diesen Austausch seien die Brüche im Eis, durch die immer wieder Wasser aus den unteren Schichten nach oben gespült werden würde.

Das mögliche Leben auf Europa könnte den einfachen Lebewesen im Ozean der Erde ähneln, das sich durch Photosynthese ernährt. Auch dort würde es zuweilen bei sehr tiefen Temperaturen überleben können. Es ist sogar möglich, dass Mikroorganismen über Millionen von Jahren gefroren im Eis liegen. Sie könnten im Falle des Jupitermondes wieder zum Leben erweckt werden, wenn erneut warmes Wasser sie umspült.

Links im WWW
Galileo, Homepage der NASA
siehe auch
AstroLinks: Jupiter 
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