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EXTRASOLARE PLANETEN
Ferne Welt um Riesenstern
von Stefan Deiters
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11. Januar 2002

Eine Gruppe von Astronomen der Universität von Kalifornien in San Diego hat erstmals einen Planeten um einen Riesenstern entdeckt, also um eine Sonne, die ihren Wasserstoffvorrat im Kern weitgehend verbraucht hat. Für die Forscher ist der Fund ein wichtiges Indiz für das Schicksal von Planetensystemen in der späten Lebensphasen eines Sterns.

ioto Draconis
 
So stellt sich ein Künstler das ioto Draconis System vor (oben) Unten im Vergleich dazu das System aus Erde und Sonne im gleichen Maßstab. Bild: JPL/NASA
 
Sonne und Erde

Die Entdeckung, die die Wissenschaftler bei der Tagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft in Washington bekannt gaben, ist deswegen interessant, weil über das Schicksal von Planeten während der späten Entwicklungsphase ihrer Sonnen bislang nur spekuliert werden konnte. Ist nämlich der Wasserstoffvorrat im Inneren einer Sonne verbraucht, bläht sich der Stern nach den gängigen Theorien zu einem Roten Riesen auf und kann dabei die innersten Planeten verschlucken. Ein solches Schicksal droht nach Ansicht von Astronomen auch den inneren Planeten unseres Sonnensystems.

Die ferne Sonne, um die der Planet entdeckt wurde, ist ein solcher Riesenstern und hat etwa den 13fachen Radius unserer Sonne. "Bislang hat man nicht gewusst, ob um solche Sterne tatsächlich Planeten existieren", erläutert Sabine Frink von der Universität von Kalifornien in San Diego. Der jetzige Fund liefert den ersten Anhaltspunkt dafür, dass ein Planet in erdähnlichem Abstand die Riesenphase seinen Zentralgestirns durchaus überleben kann. Der Riesenstern iota Draconis liegt in rund 100 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Drache.

Der Planet um iota Draconis wurde - wie fast alle Exoplaneten - indirekt entdeckt, in dem man aus einem leichten Wackeln des Sterns auf die Anwesenheit eines Planeten geschlossen hat. Nach den Berechnungen der Forscher umrundet die ferne Welt iota Draconis in eineinhalb Jahren und in einem relativ exzentrischen (also wenig kreisförmigen) Orbit. Es dürfte sich bei dem Planeten um einen Gasriesen handeln, der etwa die acht- bis neunfache Masse des Jupiter hat. Allerdings betont das Team, dass es sich bei der ermittelten Masse um eine Mindestmasse handelt und es durchaus möglich sei, dass man es hier mit einem Braunen Zwerg und nicht mit einen Planeten zu tun hat. Braune Zwerge sind Sterne, die nicht genügend Masse haben, um ihr nukleares Feuer zu zünden, aber im Grunde genommen wie Sterne entstehen. Doch selbst wenn es sich um einen Braunen Zwerg handeln würde, wäre die Entdeckung eines solchen Systems nach wie vor eine Premiere.

Die Entdeckung von Planeten um Riesensterne ist deutlich anspruchsvoller als das Aufspüren ferner Welten um normale, sonnenähnliche Sterne. Riesensterne befinden sich nämlich in einer recht turbulenten Phase ihres Lebens und würden häufig pulsieren, was das Erkennen des Einflusses des Planeten schwierig macht. Um endgültig sicher zu sein, um was es sich bei dem Begleiter von ioto Draconis handelt sind weitere Beobachtungen nötig. Zukünftige Weltraumteleskope dürften hier wichtige Dienste leisten.

siehe auch
Ferne Welten - Auf der Suche nach extrasolaren Planeten und außerirdischem Leben 
AstroLinks: Extrasolare Planeten
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