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JUNGES UNIVERSUM
Ein Feuerwerk aus Sternentstehung
von Stefan Deiters
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9. Januar 2002

Die detaillierte Auswertung von so genannten Deep Field-Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskop wirft ein faszinierendes Licht auf das junge Universums: So könnten die ersten Sonnen in einem regelrechten Feuerwerk aus Sternentstehung entstanden sein. Mit der nächsten Generation von Weltraumteleskopen könnte man diese vielleicht sogar beobachten.

Junges Universum
 
So stellt sich ein Künstler das Universum im Alter von weniger als einer Milliarde Jahre vor.
Bild: Adolf Schaller/STScI
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Kenneth M. Lanzetta von der State University of New York und seine Kollegen hatten sich die tiefsten Blicke ins All vorgenommen, die das Hubble-Weltraumteleskop bislang gemacht hatte. Diese Deep Field genannten Aufnahmen entstehen, wenn man einen scheinbar dunklen Bereich des Himmels sehr lange belichtet. Dadurch werden extrem leuchtschwache Galaxien sichtbar, deren Licht so lange zu uns unterwegs war, dass wir sie zu einem Zeitpunkt sehen, zu dem das Universum noch sehr jung gewesen ist.

Das Studium dieser Aufnahmen legt nun den Schluss nahe, dass eine beträchtliche Zahl von Sternen in einem plötzlichen und sehr heftigen Sternentstehungsausbruch entstanden ist, der das Universum einige Hundert Millionen Jahre nach dem Urknall erhellte. Im Vergleich dazu sind die  Sternentstehungsraten im heutigen Universum nur ein schwaches Aufleuchten.

Diese Annahme einer kontinuierlich ansteigenden Sternentstehungsrate in immer größerer Entfernung - und damit zu einem immer kleineren Alter des Universum - stellt eine Abkehr von den Schlussfolgerungen aus anderen Studien dar, die sich mit den Deep Field Aufnahmen des Hubble-Teleskops beschäftigt hatten. Diese kamen zu dem Ergebnis, dass es zu einem Zeitpunkt als das Weltall etwa halb so alt war wie heute einen stellaren "Babyboom" gab.

Lanzetta stützt seine Ergebnisse auf eine neue Analyse von Galaxien, die in den Hubble Deep Field Aufnahmen aus den Jahren 1995 und 1998 zu finden sind. Seiner Meinung nach stellen die am weitesten entfernten Objekte, die in den Aufnahmen zu sehen sind nur die "Spitze des Eisbergs" einer gewaltigen Periode von Sternentstehung dar. Er folgert, dass etwa 90 Prozent des Lichts aus dem frühen Universum auf den Hubble-Bildern gar nicht zu sehen ist. "Auf den Deep Field Bildern wurde der größte Teil des ultravioletten Lichtes nicht erfasst", so Lanzetta.

Durch eine genaue Untersuchung der Farben der fernen Objekte kommt Lanzetta zu der These, dass diese aus extrem intensiv und hell leuchtenden neugeborenen Sternen bestehen, deren Heimatgalaxien zu schwach sind, um sie überhaupt ausmachen zu können. Es muss also, so seine Schlussfolgerung, noch jede Menge mehr dieser Sterne geben, die nicht so hell sind.

Lanzetta plant nun mit einer neuen Kamera, die Anfang März am Hubble-Weltraumteleskop installiert werden soll, noch tiefer ins All zu schauen, um so ein wenig des von ihm vermuteten fehlenden Lichtes aufzuspüren. Zudem will er nach weit entfernten Supernova-Explosionen suchen, die auch als Maß für Sternenstehung taugen.

Links im WWW
Original Fotos und Pressemitteilung des STScI
die aktuellsten HST Bilder, Übersicht des Space Telescope Science Instituts
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