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STERNE
Brauner Zwerg um sonnenähnlichen Stern entdeckt
von Stefan Deiters
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8. Januar 2002

Die Umgebung um sonnenähnliche Sterne könnte deutlich komplizierter sein als bislang angenommen. Amerikanische Astronomen entdeckten jetzt um den 58 Lichtjahre entfernten Stern 15 Sagittae einen Braunen Zwerg und das in einem Abstand, der etwa der Entfernung des Planeten Uranus in unserem Sonnensystem entspricht.

15 Sge
 
Aufnahme von 15 Sge mit dem neu entdeckten Braunen Zwerg (oben). Im unteren Bereich wurde das Licht der Sonne herausgefiltert, damit der leuchtschwache Braune Zwerg sichtbar wird. Unten eine künstlerische Ansicht des fernen Systems. Foto/Bild: Gemini Observatory/Universität von Hawaii, Institut für Astronomie/Michael Liu/NSF
 
15 Sge

Dank der adaptiven Optik am Gemini Nord und am Keck-Teleskop spürten amerikanischen Astronomen einen Braunen Zwerg auf, der einen sonnenähnlichen Stern in unserer galaktischen Nachbarschaft umkreist. Dieses Objekt, mit etwa der 55 bis 78fachen Masse des Gasriesen Jupiter, hat von der Sonne 15 Sagittae (Sge), oder auch HR 7672, einem Abstand, der etwa der Entfernung des Planeten Uranus von unserer Sonne entspricht. 15 Sge dürfte mit 3 Milliarden Jahren etwas jünger als unser Zentralgestirn sein und liegt in rund 58 Lichtjahren Entfernung. Braune Zwerge sind Sterne, die nicht massereich genug sind, um ihr nukleares Feuer zu zünden.

"Die Entdeckung legt nahe, dass es Braune Zwerge um sonnenähnliche Sterne zu geben scheint, die vom ihrem Hauptstern nicht weiter entfernt sind als die äußeren Planeten in unserem Sonnensystem von der Sonne", so Michael Liu vom Institut für Astronomie der Universität von Hawaii. "Der Begleiter von 15 Sge ist vermutlich zu massereich, um wie ein Planet entstanden zu sein. Damit wurde er nicht aus einer Staubscheibe geboren, die um die gerade entstehende Sonne kreiste. Das bedeutet aber, dass es eine Vielzahl von Prozessen gibt, die das Aussehen von anderen Sonnensystemen bestimmen. Der Zentralstern 15 Sge ist unserer Sonne sehr ähnlich, der Braune Zwerg hat hingegen eine Masse, die die von allen Planeten in unserem Sonnensystem zusammen bei weitem übersteigt."

Der Abstand von nur 14 Astronomischen Einheiten vom Zentralgestirn (eine Astronomische Einheit entspricht dem mittleren Abstand Erde-Sonne) macht das Objekt zum dichtesten substellaren Objekt, das jemals um einen normalen Stern direkt beobachtet wurde. Braune Zwerge gelten als interessante Zwischenstadien zwischen Planeten und Sternen. Sie sind von besonderem Interesse, seit man um ferne Sonnen zwar eine Vielzahl von massereichen Planeten, aber keine Braunen Zwerge entdeckt hat. Allerdings wird bei der Suche nach fernen Welten meist nur in den inneren vier Astronomischen Einheiten eines Systems gefahndet - der äußere Bereich, in dem sich in unserem System die Riesenplaneten befinden, bleibt also oft unerforscht.

Die ersten Hinweise auf einen Begleiter um 15 Sge sind schon zehn Jahre alt, als bei der fernen Sonne nach Planeten gefahndet wurde. Diese ersten Anzeichen für einen massereichen Begleiter führten dann zu neuen detaillierten Beobachtungen im Sommer der letzten Jahres am Gemini Nord-Teleskop und im November und Dezember 2001 am Keck-Teleskop. Das Aufspüren des Braunen Zwergs gelang allerdings nur dank der adaptiven Optik der beiden Teleskope, durch die Luftunruhen in der Erdatmosphäre quasi herausgefiltert werden.

Der Fund stellt die Astronomen vor neue Herausforderungen: "Jetzt da wir wissen, dass Braune Zwerge in dieser Region eines Systems existieren können, wollen wir natürlich herausfinden, wie häufig dies vorkommt. Dies könnte uns wichtige Hinweise auf die Entwicklung von Planetensystemen um sonnenähnliche Sterne geben", so Liu.

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