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METEORITEN
Zucker aus dem All
von Rainer Kayser
24. Dezember 2001

Passend zur Weihnachtszeit machten amerikanische Forscher jetzt eine süße Entdeckung: In gleich zwei Meteoriten konnten sie zuckerähnliche Verbindungen nachweisen. Die Wissenschaftler werten ihren Fund als weiteren Beweis dafür, dass manche für die Entstehung von Leben wichtige Stoffe aus dem All auf die Erde kamen.

Einschlag
Brachten Kometen- und Asteroideneinschläge auch Zucker auf die Erde? Bild: NASA/Don Davis

Zuckerähnliche Moleküle hat ein Team amerikanischer Forscher in zwei Meteoriten aufgespürt. Bei den von George Cooper und seinen Kollegen vom NASA Ames Research Center untersuchten Steinen handelt es sich um Bruchstücke eines Asteroiden, die zur Erde gestürzt sind. Die Wissenschaftler sehen den Fund als Beweis dafür an, dass auf der jungen Erde bereits zuckerähnliche Substanzen vorhanden waren und als Bausteine für erste Lebensformen zur Verfügung standen.

Bei den Stoffen, welche die Wissenschaftler in den nach ihren jeweiligen Fundorten Murchison- und Murray-Meteoriten genannten Steinbrocken fanden, handelt es sich um so genannte Polyole. Das sind komplexe Kohlenstoff-Ketten, an denen sich eine große Zahl von OH-Komponenten befindet. Zu den Polyolen zählen Zucker, Zucker-Alkohole und Zuckersäuren. Polyole sind wichtige Bausteine aller Lebensformen - sie finden sich in den Erbsubstanzen DNA und RNA, in den Zellmembranen und sie dienen als biologische Energiequelle.

Seit langen gehen Experten davon aus, dass viele organische Substanzen bereits im Urnebel vorhanden waren, aus dem unser Sonnensystem entstanden ist. Diese Stoffe könnten auf die junge Erde niedergeregnet sein und so dem Leben zu einem schnellen Start verholfen haben. Tatsächlich konnten in kosmischen Molekülwolken und in Meteoriten eine Vielzahl organischer Substanzen nachgewiesen werden, wie zum Beispiel Alkohole und Aminosäuren. Die in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts Nature veröffentlichten Forschungen von Cooper und seinem Team zeigen erstmalig, dass auch die wichtigen Polyole aus dem All auf die Erde gelangt sein können.

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