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TECHNOLOGIERTRANSFER
ESA sucht spacige Designideen
Redaktion
astronews.com
21. Dezember 2001

Beim Versuch die Frage nach dem Nutzen der Raumfahrt zu beantworten, holt sich die europäische Weltraumagentur ESA jetzt Hilfe bei den jungen Kreativen Europas. Diese sollen in einem Design-Wettbewerb Fertigungsverfahren und Technologien, die für die Raumfahrt entwickeln wurde in formschöne Produktideen umsetzen.

Designwettbewerb
Spaciges Design gefragt: die ESA veranstaltet einen Designwettbewerb. Bild: ESA

Als Teil der laufenden Bemühungen, der breiten Öffentlichkeit die Bedeutung und den Einfluss der Weltraumforschung und -technik stärker bewusst zu machen, veranstaltet die Europäische Weltraumorganisation (ESA) in ihren Mitgliedstaaten einen Wettbewerb, der zeigen soll, wie Werkstoffe und Technologien aus der Raumfahrt dabei helfen können, gesellschaftliche Bedürfnisse zu befriedigen. Der Wettbewerb, eine Initiative im Rahmen des Technologietransferprogramms der ESA, wird gemeinsam von der ESA, @Loeb und VIA (Valorisation de l'Innovation dans l'Ameublement) durchgeführt. VIA verwertet und fördert französische Innovationen und unterstützt junge Designer in Frankreich und zunehmend auch in anderen europäischen Ländern.

Die Anpassung neuer Werkstoffe, Technologien, Verfahren und Konzepte aus der Raumfahrt im Hinblick auf ihre Nutzung zur Gestaltung und/oder Herstellung von Gegenständen und Produkten eröffnet Designern interessante neue Möglichkeiten. Die Aufgabenstellung an die Bewerber lautet, etwas Einfallsreiches zu entwerfen, das die Prinzipien und Eigenschaften der Raumfahrt verkörpert und auf das Leben auf der Erde überträgt. Der Entwurf kann ein Gebrauchsgegenstand für drinnen wie für draußen sein, er kann geeignet sein, die Lebensqualität oder den Komfort einzelner (z.B. Kinder, Behinderte, ältere Mitmenschen, Flüchtlinge) in einem bestimmten Umfeld zu verbessern - oder es kann sich schlicht und einfach um ein Kunstwerk handeln.

Die Gegenstände müssen entweder eigens für die Raumfahrt entwickelte bzw. regelmäßig in diesem Bereich verwendete Technologien und Stoffe oder solche Materialien enthalten, die zwar nicht vorrangig in der Raumfahrt Verwendung finden, jedoch mit ihr in Zusammenhang gebracht werden; in letzterem Fall müssen sie "Raumfahrt-Eigenschaften" aufweisen (geringes Gewicht, futuristisches Design usw.). Die eingereichten Vorschläge müssen in eine von sechs Kategorien fallen, die die Lebensweise und das Umfeld unserer Epoche widerspiegeln. Eine internationale Jury wird nach bestimmten Kriterien 25 Entwürfe auswählen, die anschließend als Prototypen bzw. Modelle Form annehmen sollen. Da eines der Ziele darin besteht, dem Designer Absatzmöglichkeiten zu eröffnen, sollen die Modelle von Firmen aus der jeweiligen Branche entwickelt werden, wodurch eine Beziehung zwischen Designer und Firma entsteht, die anschließend in eine feste und für beide Seiten vorteilhafte Geschäftspartnerschaft münden könnte - für den jungen Designer, der auf diese Weise seinen Bekanntheitsgrad erhöhen und damit seine Chancen auf die Serienproduktion künftiger Entwürfe verbessern kann, und für die Firma, die sich damit ein neues Ideenpotential erschließt.

Ein international besetzter Ausschuss wählt anschließend aus den vorgestellten Modellen die drei besten aus. Diese sowie die Gewinner jeder Kategorie werden mit Preisen belohnt. Ferner ist vorgesehen, eine Auswahl von rund 50 Entwürfen, darunter die 25 besten bzw. interessantesten, in einem Buch zu präsentieren, dessen einleitendes Kapitel den Einfluss der Raumfahrt auf Kunst und Design darlegen und Einzelheiten über die Designer und ihre gestalterischen Vorstellungen enthalten soll. Die nach den 25 besten Entwürfen hergestellten Modelle werden außerdem auf großen Design-Ausstellungen in den ESA-Mitgliedstaaten und auf der diesem Wettbewerb gewidmeten Webseite gezeigt.

Teilnahmeberechtigt sind junge Designer im Alter von 20 bis 40 Jahren, die Staatsangehörige eines der ESA-Mitgliedstaaten bzw. Kanadas sind. Für Designer aus anderen Ländern, die in einem der oben genannten Länder arbeiten oder studieren, sind Ausnahmegenehmigungen möglich. Der Wettbewerb beginnt im Januar 2002; Einsendeschluss für die Vorschläge ist der 31. März. Die Auswahl der 25 Entwürfe, nach denen anschließend Modelle gefertigt werden sollen, erfolgt im Mai. Nach der Entwicklung und Fertigung der Modelle (zwischen Juni und Dezember) werden dann im Januar 2003 die Gewinner bekannt gegeben.

Links im WWW
Homepage des Design-Wettbewerbs, Seite der ESA
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