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JUPITERMOND IO
Neue Bilder, aber kein Magnetfeld
von Stefan Deiters
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11. Dezember 2001

Der Jupitermond Io hat einiges zu bieten, nur kein selbsterzeugtes Magnetfeld. Das ist das Ergebnis der Auswertung von Daten der Raumsonde Galileo, das amerikanisches Wissenschaftler in dieser Woche auf einer Tagung der American Geophysical Union vorstellten. Lange war darüber gerätselt worden, ob der vulkanische Jupitertrabant ein eigenständiges Magnetfeld erzeugen kann. 

Tupan Patera
Der Vulkankrater Tupan Patera auf dem Jupitermond Io. Foto: NASA / JPL / Universität von Arizona
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Mit Hilfe der Daten der kleinen Raumsonde Galileo gelang amerikanischen Forschern ein detaillierter Blick in das Innenleben des Jupitertrabanten Io und in den Schlund seiner feurigen Vulkane: Im August und Oktober überflog das Raumschiff die Polarregion des Mondes und machte dabei wertvolle Messungen: So nahm die Dichte geladener Teilchen plötzlich um das Zehnfache zu, als Galileo eine Art magnetische Brücke zwischen Jupiter und Io passierte. Die Dichteunterschiede in diesen Plasma aus geladenem Teilchen machten die Wissenschaftler sogar hörbar - sie verwandelten sie in Schallwellen. Entsprechende Audiodaten stellt das NASA Jet Propulsion Laboratory auf seiner Webseite zur Verfügung.

"Man hört zunächst nur einen flüsterndes Geräusch von Jupiters Radioemission, doch dann, wenn man sich über den Polen von Io befindet, gibt es plötzlich ein lautes Röhren, das genauso abrupt aufhört wie es begonnen hat", erläutert Dr. Donald Gurnett von der Universität von Iowa. "Es ähnelt dem Geräusch eines riesigen Elektrizitätswerkes."

Die Region, in der die Forscher die erhöhte Dichte an geladenen Partikeln fanden, fällt zusammen mit der Region, in denen die Feldlinien des Magnetfeldes des Jupiter den Mond durchlaufen. Die jüngsten Überflüge über die Polarregion haben nun eindeutig gezeigt, dass die dort schon früher festgestellte erhöhte Dichte von geladenen Teilchen mit dem Magnetfeld des Jupiter in Zusammenhang steht. Durch neue Magnetfeldmessungen in der Region von vulkanischen Eruptionen konnten die Forscher zudem Neues über den Vulkanismus auf  Io lernen.

Die Überflüge von Galileo vor einigen Monaten dienten aber vor allem einem Ziel: Sie sollten die Frage klären, ob der Jupitertrabant ein selbsterzeugtes Magnetfeld besitzt, oder ob es sich um ein Magnetfeld handelt, das von Jupiter induziert wird. "Es gibt auf Io kein intrinsisches Magnetfeld", so Dr. Margaret Kivelson von der Universität von Kalifornien. "Wir können diese Frage nun als erledigt betrachten." Das bedeutet, dass der geschmolzenen Eisenkern im Inneren des Mondes andere Eigenschaften besitzen muss als der der Erde. Ein Erklärung für den Unterschied könnte sein, dass Ios Eisenkern von außen durch darüber liegende Schichten aufgeheizt wird und nicht etwa aus dem Zentrum heraus.

Die Wärme, die im Inneren von Io entsteht, ist Folge der gewaltigen Spannungen denen der Mond durch das starke Gravitationsfeld des Jupiter ausgesetzt ist. Dies macht ihn zum vulkanreichsten Objekt unseres Planetensystems. Neue Farbbilder des Kraters Tupan Patera zeigen farbige Ablagerungen, die auf geschmolzenes Gestein und Schwefelablagerungen zurückzuführen sind. Tupan, benannt nach dem brasilianischen Gott des Donners, ist einer der beständigsten Vulkane des Jupitermondes. 

Links im WWW
Galileo, Projekthomepage am JPL
siehe auch

AstroLinks: Jupiter

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