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XMM NEWTON
Scharfer Blick auf Supernova-Überrest
von Rainer Kayser
29. November 2001

Supernova-Explosionen gehören mit zu den dramatischsten Ereignissen im Universum. Doch fasziniert dieses Ende eines Sterns Astronomen auch aus einem ganz besonderen Grund: Viele chemische Elemente verdanken ihre Existenz einer Supernova-Explosion. Das europäische Röntgenteleskop XMM-Newton konnte nun die Elementverteilung in einem Supernova-Überrest detailliert vermessen.

Cassiopeia-A
Die von XMM-Newton vermessene Elementverteilung in Cassiopeia A. Bild: ESA, R.Willingale
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Die bislang detailreichste Analyse des Supernova-Überrests Cassiopeia-A haben Astronomen auf einer diese Woche im niederländischen Noordwijk stattfindenden Konferenz präsentiert. Hochauflösende Röntgenbilder des Satelliten XMM-Newton zeigen, dass die chemischen Elemente in der Gaswolke unterschiedlich verteilt sind und sich unterschiedlich schnell bewegen. Aus den Daten lassen sich, so die Forscher, wichtige Informationen über den Ablauf einer Supernova-Explosion und die Entstehung der schweren Elemente gewinnen.

Cassiopeia-A ist der Überrest eines massiven Sterns, der vor 320 Jahre in einer Entfernung von 11.000 Lichtjahren explodierte. Der Stern hatte sein Material an Kernbrennstoff verbraucht und stürzte zunächst in sich zusammen. In seinem Kern entstand dabei vermutlich ein kompakter Neutronenstern, während ein Großteil seiner Materie ins All hinausgeschleudert wurde. Der so entstandene Gasnebel hat heute einen Durchmesser von etwa 15 Lichtjahren.

Das Sternmaterial enthält eine Vielzahl von schweren Elementen, die einerseits durch Kernfusion während der Lebenszeit des Sterns, andererseits aber auch während der Explosion entstanden sind. Die neuen Messungen mit dem Röntgensatelliten XMM-Newton zeigen, dass Elemente, die durch die Fusion von Sauerstoff entstanden sind, völlig anders verteilt sind als Elemente, die durch die Fusion von Kohlenstoff gebildet worden sind. Außerdem zeigt sich, dass zum Beispiel Eisen, welches im Zentrum des Sterns gebildet worden ist, sich heute im äußeren Bereich des Nebels befindet. Offenbar sind also die inneren Bereiche des Sterns mit besonders hoher Geschwindigkeit heraus katapultiert worden.

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