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ADAPTIVE OPTIK
High-Tech für Riesen-Feldstecher
Redaktion
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15. November 2001

Heidelberg könnte bald zum Zentrum für Adaptive Optik-Systeme für Großteleskope werden: Für vier Millionen Mark entwickelt man am dortigen Max-Planck-Institut für Astronomie jetzt ein solches System für das Large Binocular Telescope in Arizona. Auch andere Institute in der Stadt sind beteiligt.

LBT
Die Kuppel des Large Binocular Telescope in Arizona. Foto: Universität von Arizona / John Hill

Am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) auf dem Königstuhl in Heidelberg startet in diesen Tagen das Projekt "Adaptive Optik für Großteleskope" - ein Vorhaben an der vordersten Front der Entwicklung optischer Geräte. Scharfe, hoch aufgelöste Bilder fernster Strahlungsquellen sind das wichtigste Ziel der beobachtenden Astronomie. Je größer die Teleskope, desto höher ihr theoretisches Auflösungsvermögen. Deshalb werden heute an den weltweit führenden Forschungszentren Teleskope mit acht bis zehn Metern Öffnung gebaut, die nur am Erdboden eingesetzt werden können. Am Bau des Large Binocular Telescope (LBT) auf dem Mount Graham in Arizona ist das MPIA direkt beteiligt. Dieses derzeit größte Einzelteleskop der Welt ist eine Art gigantischer Feldstecher: Es trägt zwei Einzelspiegel mit je 8,4 Metern Durchmesser auf einer gemeinsamen Montierung. Weiterhin betreibt die Europäische Südsternwarte (ESO) neuerdings auf dem Paranal in den Chilenischen Anden vier Großteleskope mit je 8,2 Metern Öffnung. Für diese Teleskope werden am MPIA extrem aufwendige Kamerasysteme entwickelt.

Allerdings führt die Turbulenz der Erdatmosphäre zu einem schnellen Zittern und Wabern des vom Teleskop entworfenen Bildes. Erst die diffizile Technologie der Adaptiven Optik erlaubt die Kompensation der atmosphärischen Schwankungen durch die laufende Messung dieser Bildverformungen und deren Kompensation mittels rechnergesteuerter, schnell deformierbarer Spiegel, die in den Strahlengang der Teleskopriesen eingebracht sind: das Bild wird "entwackelt".

An der Entwicklung der Adaptiven Optik für Großteleskope sind heute weltweit die besten Wissenschaftler und Techniker beteiligt. Dem Heidelberger Institut ist nun gelungen, Dr. Roberto Ragazzoni von der Universität Padua nach Deutschland zu holen: Ragazzoni hat zur gegenwärtigen rasanten Entwicklung der Adaptiven Optik herausragende Beiträge geleistet. Dafür wurde ihm am 6. November der Wolfgang-Paul- Preis verliehen - der höchst dotierte deutsche Wissenschaftspreis, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Alexander-von-Humboldt-Stiftung gemeinsam vergeben. Ragazzoni erhielt für seine Forschung am MPIA vier Miollionen DM: Mit diesem Geld soll im Laufe der nächsten drei Jahre das Adaptive Optik-System für das Large Binocular Telescope entwickelt werden.

Die Adaptive Optik ist nicht nur für die astrophysikalische Grundlagenforschung von entscheidender Bedeutung - sie wird auf zahlreichen anderen Gebieten, beispielsweise in der Medizin, gänzlich neue Möglichkeiten eröffnen. Aus diesem Grunde wird in Heidelberg an dieser Technik nicht nur am MPIA sondern auch an der Universität (unter anderem am Institut für Angewandte Physik), an der Landessternwarte und am MPI für Biomedizinische Forschung gearbeitet. Damit wird sich Heidelberg bald zu einem bedeutenden Zentrum der Forschung auf diesem Gebiet entwickelt.

Links im WWW
The Large Binocular Telescope (LBT) Project
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