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MARS
Windkraftanlagen auf dem roten Planeten?

von Stefan Deiters
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11. Oktober 2001

Eine bemannte Mission zum roten Planeten liegt noch in weiter Ferne, aber NASA-Wissenschaftler machen sich schon jetzt Gedanken, wie man wohl die Stromversorgung auf dem Mars sicherstellen könnte: Sie schlagen eine Kombination aus Windkraftanlagen und Solarzellen vor. 

Mars
Könnten einmal Windkraftanlagen für Strom auf dem Mars sorgen? Foto: NSSDC/NASA

Die Überlegungen für Wege zur Stromerzeugung auf dem roten Planeten begannen an einem der entlegensten Orte auf der Erde: in der Antarktis. Während einer Mission in die Südpolarregion kam NASA-Wissenschaftlern erstmals die Idee, dass man Windkraftanlagen, die unter den extremen Bedingungen in der Antarktis für Strom sorgen, in einer modifizierten Form auch auf dem Mars zur Energiegewinnung nutzen könnte. Das hätte vor allem den Vorteil, dass man auch während lang anhaltender Staubstürme, die den Planteten wochenlang verdunkeln, elektrischen Strom erzeugen könnte.

"Windkraft und Solarenergie könnten sich auf dem Mars ideal ergänzen", erläutert David Bubenheim vom NASA Ames Research Center in Kalifornien. "Während eines gewaltigen Sandsturms, der das gesamte Sonnenlicht verschluckt, könnte man immer noch Strom erzeugen." Allerdings dürften Windkraftanlagen auch nur während dieser Wetterphänomene für ausreichend Elektrizität sorgen: "Nur während dieser Sandstürme gibt es auf dem Mars genug Wind um eine Windkraftanlage zu betreiben", erklärt Michael Flynn, ebenfalls am Ames Research Center beschäftigt. Auf der Erde wird eine Windgeschwindigkeit von etwa 10 Metern pro Sekunde benötigt, um durch Windkraft Strom zu erzeugen. Auf dem Mars dürfte man - wegen der dünneren Luft - eine Windgeschwindigkeit von 30 Metern pro Sekunde benötigen.

"Wir schlagen daher ein kombiniertes Solar-Wind-System vor", erläutert Flynn. "Dies würde Solarzellen während der sonnigen Perioden zur Stromerzeugung nutzen und Windkraftanlagen während der Sandstürme". Daten der Viking oder Pathfinder-Mission deuten darauf hin, dass es normalerweise keine starken Winde auf dem Mars zu geben scheint. "Aber diese Missionen haben keine Daten während Sandstürmen gesammelt. Computermodelle machen aber deutlich, dass sehr starke Winde nötig sind, um einen solchen Sandsturm zu starten und am Leben zu erhalten."

Die Forscher wollen nun ein kombiniertes Solar-Wind-Energieerzeugungsmodul entwickeln und in der unwirklichen Umgebung der Arktis testen. "Durch die Demonstration, dass dieses Prinzip auf der Erde funktioniert, beginnen wir quasi schon mit den ersten Arbeiten für die Entwicklung eines Systems für den Mars", so Flynn. Ein Anfang ist schon gemacht: Windkraftanlagen, die unter Extrembedingungen arbeiten, sollen in Kotzebue in Alaska demnächst getestet werden.

"Am Anfang haben wir unsere Tests in der Amundsen-Scott Südpol-Station gemacht, wo rund sechs Monate absolute Dunkelheit herrscht", so Bubenheim. "Dort haben wir Lebenserhaltungssysteme betrieben, Früchte und Gemüse gezogen und Abfall wiederverwertet. Dabei kam uns dann die Idee, dass man dieses System auch auf dem Mars zum Einsatz bringen könnte. Sowohl auf dem Mars als auch am Südpol muss man mit Strom sehr sparsam umgehen."

siehe auch
Mission Mars - Die Erforschung des roten Planeten
AstroLinks: Mars
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