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HUBBLE HERITAGE PROJEKT
Das Zentrum von Omega Centauri
von Stefan Deiters
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5. Oktober 2001

Im Halo unserer Milchstraße befinden sich über 140 Kugelsternhaufen, also dichte Ansammlungen von Millionen von Sternen, die in etwa so alt sind wie unsere Galaxis. Das Team des Hubble-Heritage-Projektes präsentiert nun ein eindrucksvollen Blick in das dichte Zentrum des Kugelsternhaufens Omega Centauri in rund 17.000 Lichtjahren Entfernung von der Erde.

Omega Centauri
Hubble-Aufnahme vom Zentrum des Kugelsternhaufens Omega Centauri. Foto: NASA und das Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
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Omega Centauri, in rund 17.000 Lichtjahren Entfernung von der Erde gelegen, ist ein sehr massereicher Kugelsternhaufen, der mehrere Millionen Sterne enthält, die alle um ihren gemeinsamen Massenschwerpunkt kreisen. Im Zentrum des Haufens liegen die Sterne so dicht beieinander, dass man mit bodengestützten Teleskopen Schwierigkeiten hat, einzelne Sterne auszumachen. Nur das Hubble-Weltraumteleskop schafft es, dank seines hohen Auflösungsvermögens, individuelle Haufenmitglieder auszumachen. Omega Centauri ist am Himmel so groß, dass nur ein Teilbereich in das Sichtfeld von Hubble

Die große Mehrheit der Sterne in dieser Hubble-Aufnahme sind leuchtschwache, massearme Sterne, die noch nicht einmal die Masse unserer Sonne haben. Die paar gelblich-orangen Sterne sind Rote Riesen, also Sterne, die gerade ihren letzten nuklearen Brennstoff verbrauchen und sich dabei aufblähen. Zu dem sind noch einige bläuliche Sterne zu sehen, die für eine sehr kurze Entwicklungsphase stehen, in der die Oberflächentemperatur der Sterne sehr hoch ist. Da die Sterne in Omega Centauri alle sehr alt sind - man schätzt das Alter des Haufens auf etwa 12 Milliarden Jahre - haben alle Sterne, die mehr Masse haben als unsere Sonne, schon ihren nuklearen Brennstoff verbraucht. Sie sind größtenteils zu Weißen Zwergsternen geworden, die auf dieser Aufnahme nicht auszumachen sind.

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Im Zentrum von Omega Centauri befinden sich so viele Sterne, dass es nicht selten vorkommt, dass zwei Sonnen zusammenstoßen. Für Astronomen ist dies eine äußerst spannende Sache, führt dies doch nach aktuellen Theorien zu ganz neuen Sternentypen. Treffen sie frontal aufeinander, könnten sie zu einem größeren massereicheren Stern verschmelzen. Die Forscher vermuten, dass auf diese Weise so genannte Blue Straggler-Sterne entstehen. Verpassen sich die Sterne gerade, könnten sie aber trotzdem ein Paar bilden und als dichtes Doppelsternsystem enden. In diesem Hubble-Bild konnten die Forscher zwei solche Doppelstern-Systeme ausmachen, von denen eine Komponente ein Weißer Zwergstern ist. Material, dass von dem anderen Stern auf dem Weißen Zwerg überfließt, erhitzt sich so weit, dass es ultraviolettes Licht aussendet, wodurch sich das Paar verrät.

Omega Centauri ist der hellste und massereichste Kugelsternhaufen der Milchstraße und kann auch mit bloßem Auge ausgemacht werden. Seinen Namen erhielt er von Johann Bayer im Jahr 1603 als das 24. hellste Objekt im südlichen Sternbild Centaur. Wegen seiner Größe und einiger anderer Eigentümlichkeiten von Omega Centauri bezweifeln allerdings einige Forscher, dass es sich hierbei tatsächlich um einen Kugelsternhaufen handelt. Manche Astronomen glauben, dass der Haufen auch der Überrest einer Zwerggalaxie sein könnte, die vor langer Zeit von unserer Milchstraße eingefangen wurde.  

Links im WWW
Original Fotos und Pressemitteilung des STScI
die aktuellsten HST Bilder, Übersicht des Space Telescope Science Instituts
Hubble Heritage Projekt
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