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GEMINI
Ein perfekte Spiralgalaxie
von Stefan Deiters
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2. Oktober 2001

Nach sieben Jahren Planung und Bau und nur zwei Installations- und Einstellungswochen konnte ein neues leistungsfähiges Instrument am Gemini Nord-Teleskop auf Hawaii sein "First Light" feiern. Ziel der ersten astronomischen Beobachtung des Multi-Mode Spectrograph war die Galaxie M74 im Sternbild Fische, die als nahezu perfekte Spiralgalaxie gilt.

M74
Aufnahme der Spiralgalaxie M74 mit dem Gemini Multi-Object Spectrograph am Gemini Nord-Teleskop auf Hawaii. Foto: Gemini Observatory - GMOS Team
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Das neue, GMOS (für Gemini Multi-Mode Spectrograph) abgekürzte, Gerät ist in erster Linie dafür entwickelt worden, während einer Beobachtung Hunderte von Spektren gleichzeitig aufzunehmen. Dies ist beispielsweise beim Studium von Stern- oder ganzen Galaxienhaufen wünschenswert. Doch beweist die Aufnahme von M74, dass die insgesamt über 28 Millionen extrem empfindlichen Pixel des Instrumentes auch dazu taugen, schöne astronomische Aufnahmen zu machen. Für dieses Bild wurde GMOS mit dem 8,1 Meter Hauptspiegel des Gemini-Teleskops verbunden.

Diese erste astronomische Beobachtung des neuen Instrumentes zeigt mit der Galaxie M74 ein Bilderbuchbeispiel für eine Spiralgalaxie: Sternhaufen sind genauso zu erkennen, wie Gaswolken und Staubschwaden. Manches ähnelt dem, was wir auch in unserer eigenen Milchstraße - oftmals mit bloßem Auge - erkennen können. "Die Fähigkeit routinemäßig solche Details in einer 30 Millionen Lichtjahren entfernten Galaxie zu erkennen, ist schon sehr bemerkenswert und hilft uns, eine Vorstellung davon zu gewinnen, wie unsere eigenen Milchstraße aus dieser Entfernung aussehen würde", so Dr. Jean-Rene Roy vom Gemini Nord Teleskop. Dabei ist M74 mit vermutlich 100 Milliarden Sternen etwas kleiner als unsere Heimatgalaxie.

"Dieses Instrument hat wirklich schon in der ersten Nacht Daten geliefert, die Weltklasse sind", freute sich Dr. Matt Mountain, Direktor des Gemini Observatory. "Dies ist ein Zeugnis von perfekter Zusammenarbeit und Professionalität bei allen beteiligten Gruppen." GMOS wurde in internationaler Zusammenarbeit zwischen dem Gemini Observatory, Kanada und Großbritannien gebaut und hat rund fünf Millionen Dollar gekostet. Gegen Ende des Jahres soll der reguläre Wissenschaftsbetrieb mit dem GMOS beginnen und den am Gemini Observatory beteiligten Ländern zur Verfügung stehen. Dabei dürfte das Instrument beispielsweise bei der Beobachtung von Supernovae hervorragende Resultate liefern. Spektren von entfernten Sternenexplosionen könnten helfen, die Ausdehnungsgeschwindigkeit des Universums zu messen.

Das Gemini Observatory besteht aus zwei identischen 8 Meter Teleskopen auf der Nord- und der Südhalbkugel der Erde. Gemini Nord steht auf Hawaii, Gemini Süd in Chile. Beteiligt sind neben den Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien Kanada, Chile, Australien, Argentinien und Brasilien.  

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