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DEEP SPACE 1
Rendezvous mit Kometen Borrelly

von Stefan Deiters
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19. September 2001

In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag soll es soweit sein: Wenn alles nach Plan läuft, wird die kleine Sonde Deep Space 1 in einem Abstand von nur 2.000 Kilometern den Kern des Kometen Borrelly passieren. Ob das Raumschiff den Kometen allerdings wirklich erreicht und auch Aufnahmen zur Erde senden kann, ist vollkommen ungewiss.

Deep Space 1
Die Sonde Deep Space 1. Darstellung: JPL/NASA

Die Sonde Deep Space 1 ist ein regelrechter Veteran. Schon vor zwei Jahren hatte das Raumschiff seine Hauptaufgabe erfüllt: Zwölf neue Technologien an Bord, unter anderem ein fortschrittliches Ionentriebwerk und einen Computer, der die Sonde fast autonom steuern kann, wurden erfolgreich getestet. In einer erweiterten Mission wurde die Sonde dann auf einen Rendezvous-Kurs mit dem Kometen Borrelly geschickt, den sie am 23. September um 0.30 Uhr MESZ erreichen soll. Deep Space 1 wird dann bereits dreimal länger funktionieren als ursprünglich geplant.

"Es ist schon ein wahnsinniger Erfolg, dass die Sonde, nach ihrer extrem erfolgreichen Mission immer noch funktioniert und es dem Team gelungen ist, diesen alten und verwundeten Vogel am Leben zu halten", so Dr. Marc Rayman vom NASA Jet Propulsion Laboratory.  "Jedes kleinste Stück Wissenschaft, was mir mit der Sonde machen können, ist ein großer Bonus."

Die Sonde ist in keiner Weise für die Begegnung mit dem Kometen vorbereitet: Die Reise durch die den Kometen umgebenden Wolke aus Gas und Staub birgt viele Risiken. So könnte die Sonde etwa von Partikeln getroffen werden, die - wenn sie an der falsche Stelle treffen - erheblichen Schaden anrichten könnten. Die Sonde rast immerhin mit einer Geschwindigkeit von 16,5 Kilometern pro Sekunde an dem Kometen vorüber und verfügt über keinerlei Schutzschild. "Aber dies ist ein Abenteuer, das man einfach nicht verpassen darf", so Rayman.

Wenn alles gut geht, könnte Deep Space 1 Daten über den Kometen liefern, die etwas über Oberfläche und Ursprung des kosmischen Vagabunden verraten. Borrelly ist zur Zeit gerade 1,34 Astronomische Einheiten (etwa 200 Millionen Kilometer) von der Sonne entfernt und wird dadurch von unserem Zentralgestirn aufgeheizt. Dadurch werden Gase frei, die - so die Hoffnung - mehr über den Kometen verraten werden.

Dass Deep Space 1 überhaupt noch funktioniert grenzt an ein technisches Wunder: Im letzten Jahr war nämlich der Star Tracker des Raumschiffs ausgefallen, mit dem sich die Sonde orientiert. In einer aufwendigen Rettungsaktion gelang es dem Flugteam die Kamera an Bord für Navigationszwecke einzusetzen und die Sonde auf Kurs zu bringen (astronews.com berichtete). Zudem wurde eine spezielle Software überspielt, die das Raumschiff beim Fotografieren des Kometen unterstützen soll.

Noch ist allerdings nicht sicher, ob Deep Space 1 den Kometen überhaupt wie vorgesehen erreichen wird: Das Flugteam weiß nicht ganz genau, über wie viel Treibstoff die Sonde noch verfügt. Der Treibstoff ist nötig, um das Raumschiff mittels kleiner Düsen ausgerichtet zu halten. Eigentlich sollte noch genug Treibstoff an Bord sein, doch wenn er nur eine Stunde vor dem Rendezvous ausgeht, ist die Mission gescheitert.

Links im WWW
Deep Space 1, Projekthomepage am JPL
siehe auch
DS1: Spektakuläre Rettungsaktion - 11. Juli 2000
DS1: Einsatzbereit auch ohne Star Tracker? - 27. Januar 2000
DS1: Völlig losgelöst von der Erde
- 19. Mai 1999

Antrieb für die Zukunft
- 7. April 1999
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