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WELTRAUMTOURISMUS
MirCorp plant erste private Raumstation
von Stefan Deiters
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5. September 2001

Die niederländische MirCorp hatte sich bei ihrer Gründung die Vermarktung der russischen Raumstation Mir auf die Fahnen geschrieben. Doch trotz des Endes der Mirs gehen die Geschäfte bei den Niederländern weiter: Jetzt plant die Firma die erste private Raumstation, auf der drei Besucher bis zu 20 Tage im All verbringen können.

Mini Station 1
So könnte die Mini Station 1 der MirCorp einmal aussehen. Foto: MirCorp

Die MirCorp hatte sich bislang vor allem durch eines einen Namen gemacht: Trotz der begonnenen Vermarktung der alterschwachen russischen Raumstation Mir konnte sie das Ende der Stolzes der russischen Raumfahrt nicht verhindern. Was von den Vermarktungsbemühungen übrig blieb, war ein amerikanischer Weltraumtourist, der bei der MirCorp einen Aufenthalt auf der Mir gebucht hatte (astronews.com berichtete) und der schließlich in diesem Jahr in einer von viel Presserummel begleiteten Aktion einige Tage auf der Internationalen Raumstation ISS verbrachte.

Gestern nun verkündete die MirCorp den Abschluss einer "historischen Vereinbarung" mit der russischen Weltraumagentur und dem russischen Weltraumtechnikunternehmen RSC Energia über Design, Entwicklung, Start und Betrieb der ersten privaten Raumstation. Die Station, derzeit Mini Station 1 genannt, soll drei Besucher bis zu zwanzig Tage lang beherbergen können und eine Lebenszeit von über 15 Jahren haben. Die Versorgung wird über bemannte Soyuz-Raumschiffe und unbemannte Progress-Raumfrachter erfolgen. Die Aufnahme des kommerziellen Betriebs ist bereits für 2004 geplant.

"Die Unterzeichnung der Vereinbarung über MirCorps Mini Station 1 stellt den Startschuss für die Entwicklung der ersten kommerziellen Weltrauminfrastruktur da und eröffnet Möglichkeiten für Flüge zu einem Ziel, das vollständig aus privater Hand finanziert wurde", erläutert Jeffrey Manber, Präsident der MirCorp. "Dabei reicht es nicht, einfach Menschen ins All zu befördern. Man muss auch dafür sorgen, dass sie an einen Ort kommen, wo der kommerzielle Besucher die höchste Priorität genießt und keinen Störfaktor darstellt."

Der kommerzielle Außenposten der Erde soll - wenn die Regierung zustimmt - von Rußland entwickelt werden und somit auf die jahrzehnetlange russische Erfahrung zurückgreifen können. Federführend wird dabei RSC Energia sein, die auch Anteilseigner der MirCorp ist. Zur Zeit ist man gerade dabei festzulegen, wie genau die Mini Station 1 auszusehen hat. Bis der erste Tourist dorthin fliegen kann, will MirCorp versuchen, weiterhin zahlende Besucher zur Internationalen Raumstation ISS zu schicken. "Wir verstehen aber, dass die ISS in erster Linie der Wissenschaft dienen soll und vielen Regierungen gehört", so MirCorp-Vizepräsident Gert Weyers. "Wir haben aber gezeigt, dass es einen Markt für eine andere Art von Kundschaft gibt, sei es nun ein Tourist, ein kommerzieller Wissenschaftler, ein Filmmacher oder jemand anderes, dessen Traum es schon immer war, einmal ins All zu reisen. Mit der Mini Station 1 können wir diese Bedürfnisse befriedigen."

Nach dem aktuellen Planungen könnten die russischen Soyuz-Raumschiffe beide Stationen anfliegen: Nach einem Besuch bei der Mini Station würden sie zur ISS fliegen, wo das Soyuz-Raumschiff gegen das an der ISS angedockte Raumschiff ausgewechselt wird, so dass immer das neuste Raumschiff als Rettungsboot für die ISS zur Verfügung steht. So könnte, meint man bei MirCorp,  Russland - trotz des kommerziellen Engagement - seine Verpflichtungen zur Unterstützung der ISS erfüllen und auch die anderen ISS-Partner würden profitieren.

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