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MARS
Kohlendioxid statt Wasser?

von Stefan Deiters
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29. August 2001

Während der letzten Monate mehrten sich die Hinweise darauf, dass es auf dem roten Planeten einmal Wasser gab und wohlmöglich sogar noch gibt. Vermuten tun dies die Forscher tief unter der Oberfläche des roten Planeten, an einem Ort also, zu dem bislang keine Sonde Zugang hatte. Das wird sich allerdings mit der europäischen Sonde Mars Express ändern. Manche Wissenschaftler halten es allerdings auch für möglich, dass es auf dem Mars nie Wasser gab.

Mars Express
Die Sonde Mars Express mit den ausgefahrenen MARSIS-Antennen. Bild: ESA

Mit der ersten europäischen Mission zum roten Planeten, dem Mars Express, soll ab 2003 erstmals gezielt nach Wasser unter der Oberfläche des Planeten gesucht werden. Die Arbeit kann dann von dem später folgenden Netlander unter französischer Leitung fortgesetzt werden. Im Gegensatz dazu, ist die NASA-Sonde 2001 Mars Odyssey nur in der Lage mit einem Gammastrahlen-Spektrometer nach Signaturen von Wasser auf der Oberfläche zu suchen, hat aber nicht die Möglichkeit tief im Untergrund nach dem lebenswichtigen Nass zu fahnden.

Genau zu diesem Zweck wird sich an Bord des Mars Express ein spezielles Radar namens MARSIS befinden, das die oberen fünf Kilometer des Marsuntergrundes nach verschiedenen Schichten von Mineralien oder aber Wasser und Eis abtasten kann. Die italienische Weltraumagentur ASI hat inzwischen sogar vorgeschlagen, eine leicht veränderte Version von MARSIS auch auf einer NASA-Sonde zu installieren, die 2005 zum roten Planeten fliegen soll. Dieses Instrument könnte nach Wasser in einer Tiefe von nur wenigen hundert Metern unter der Oberfläche suchen. Bilder vom Mars hatten unlängst darauf hingedeutet, dass Wasser vielleicht vor gar nicht so langer Zeit auf dem Mars geflossen ist und es daher möglicherweise gar nichts so tief im Untergrund verborgen ist.

Im Jahr 2007 sollen dann vier kleine Sonden - genannt Netlander - an unterschiedlichen Orten auf dem Mars landen und an ihrem jeweiligen Standort den Untergrund des Planeten untersuchen. Dabei werden sie sich der gleichen Hilfsmittel bedienen, mit der  Seismologen auf der Erde nach Öl oder Mineralien suchen: Schallwellen. Netlander wird die erste Mission sein, während der der Boden des Mars auf diese Weise untersucht wird. Dies sollte eindeutige Beweise für oder gegen Wasservorräte auf dem Mars liefern. So stellen Mars Express und Netlander zwei wichtige geophysikalische Missionen zum roten Planeten dar, die auch helfen werden, zukünftige Projekte zu planen.

So will beispielsweise die NASA 2009 eine große geophysikalische Mission zum Mars schicken, die - da waren sich die Teilnehmer eine Konferenz über mögliche Wasservorräte auf dem Mars einig - die Verteilung der eventuell gefundenen Wasservorräte feststellen, die Quellen aufspüren und schließlich einen geeigneten Ort finden sollte, um Probebohrungen durchzuführen. Um für die Planungen der Mission Ende des Jahrzehnts möglichst detaillierte Daten zur Verfügung zu haben, wurde auf der Tagung im texanischen Houston auch vorgeschlagen, den Netlandern noch bis zu 20 kleinere Sonden zur Seite zu stellen, die an den verschiedensten Orten bis in eine Tiefe von einigen zehn Metern nach Wasser fahnden könnten.

Der Höhepunkt aber dürfte schließlich eine Mission sein, während der eine gezielte Bohrung durchgeführt wird, die endgültig Gewissheit schafft, ob man wirklich Wasser entdeckt hat. Manche Experten hoffen, dass dies schon auf der 2009er Mission der Fall sein wird. Eine Firma hat bereits angekündigt schon an einem speziellen Bohrer zu arbeiten. Manche Wissenschaftler allerdings warnen auch: Mit den geplanten Suchverfahren sei es gar nicht so leicht, zwischen Wasser, Wassereis oder aber flüssigen oder festem Kohlendioxid zu unterscheiden. Wenn man das jedoch erst bei der Bohrung feststellt, könnte das die gesamte Bohrvorrichtung zerstören. Viele der Oberflächenstrukturen auf dem Mars könnten nämlich, so die Experten weiter, auch durch flüssiges Kohlendioxid erklärt werden oder eine Mischung davon mit Wasser. Wenn das der Fall ist, hätte man auch nicht das Problem, die großen Klimaumschwünge zu erklären, die nötig wären um flüssiges Wasser auf der Oberfläche möglich zu machen. Der Mars, so die Schlussfolgerung, muss nie warm und feucht gewesen sein.

Links im WWW
Mars Express, Projektseiten der ESA
siehe auch
Mission Mars - Die Erforschung des roten Planeten
AstroLinks: Mars
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