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HUBBLE
Neue Einsichten in den "Faules Ei"-Nebel
von Stefan Deiters
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27. August 2001

Dank eines neuen Bildes des Hubble-Weltraumteleskops erhielten Astronomen einen eindrucksvollen Blick auf das beginnende Sterben eines Sterns: Der rund 5.000 Lichtjahre entfernte Sternüberrest stößt gewaltige Mengen von Material ins All ab und könnte sich in rund 1.000 Jahren zu einem eindrucksvollen Planetarischen Nebel entwickelt haben. 

OH231.8+4.2
Hubble-Aufnahme des Nebels OH231.8+4.2. Foto: NASA/ESA & Valentin Bujarrabal (Observatorio Astronomica Nacional, Spanien)
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Das neue Bild des Weltraumteleskops zeigt eine Phase im Leben eines Sterns, die unsere Sonnen noch vor sich hat: Ist der nukleare Brennstoff im Inneren des Sterns verbraucht, stößt der Stern große Teile seiner äußeren Hülle ab und regt diese, durch die intensive Strahlung des glühenden Kerns zum Leuchten an. So entstehen die wohl farbenprächtigsten Objekte im Universum, die so genannten Planetarischen Nebel. Auf der Hubble-Aufnahme ist zu erkennen, wie durch Kollision des ausgestoßenen Gases mit anderem Gas gewaltige Schockfronten entstehen.

"Dieses neue Bild gibt uns die seltene Gelegenheit die frühe Phase des Sterbens eines Sterns zu beobachten, der unserer Sonne ähnelt. Zum ersten Mal können wir die Vorgänge beobachten, die zur Entstehung eines Planetarischen Nebels führen", erläutert Dr. Raghvendra Sahai vom NASA Jet Propulsion Laboratory. "Bislang kannten wir diese Geschehnisse nur aus der Theorie und hatten sie noch nie direkt beobachtet."

Der beobachtete Nebel OH231.8+4.2 wird auch gerne als "Faules Ei"-Nebel bezeichnet, weil Astronomen in ihm eine Menge Schwefel festgestellt haben, der für einen bestialischen Gestand sorgen würde, wenn man ihn riechen könnte. Der Nebel war schon früher einmal von Weltraumteleskop untersucht worden (astronews.com berichtete). Der dichteste Teil des Nebels besteht aus Material, das nicht vor allzu langer Zeit vom zentralen Stern ausgestoßen wurde. Dieses Material (im Bild gelb) entfernt sich vom Zentrum mit Geschwindigkeiten von bis zu eineinhalb Millionen Kilometern pro Stunde. Der größte Teil der Masse des Originalsterns befindet sich nun in den Gasstrukturen. Der Stern selbst ist durch Staub im Zentrum verdeckt.

Ein Team amerikanischer und spanischer Astronomen hat nun untersucht, wie das hinausgeschleuderte Gas mit dem umliegenden Material (blau) kollidiert. Die Forscher glauben, dass diese Prozesse die Bildung von planetarischen Nebeln entscheidend beeinflussen. Durch die hohe Geschwindigkeit des Gases bilden sich Schockfronten, die das umliegende Gas aufheizen. Computersimulationen haben die Existenz dieser Schockfronten vorhergesagt, bis jetzt konnte man sie aber noch nie direkt beobachten.

Bei dieser Aufnahme nutzten die Wissenschaftler spezielle Filter, die nur das Licht von ionisiertem Wasserstoff- und Stickstoffatomen durchlassen. Auf diese Weise konnten sie die Bereiche des Gases, die durch Schocks aufgeheizt worden sind, deutlich unterscheiden. Dieses Gas scheint in einer komplexen Doppel-Blasen-Struktur angeordnet zu sein. Das meiste Gas, was man heute beobachten kann, scheint von einem plötzlichen "Ausbruch" vor rund 800 Jahren zu stammen. In rund 1.000 Jahren, so glauben die Astronomen, wird sich der "Faule Ei"-Nebel zu einem wunderschönen Planetarischen Nebel entwickelt haben. Der Nebel hat derzeit eine Ausdehnung von 1.4 Lichtjahren und liegt in rund 5.000 Lichtjahren Entfernung im südlichen Sternbild Puppis oder Hinterdeck. 

Links im WWW
Hubble-Bilder am NASA Jet Propulsion Laboratory
siehe auch
Planetarische Nebel: Neues vom faulen Ei - 22. Oktober 1999
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