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HUBBLE
Riesenblase im Zentrum von NGC 3079
von Stefan Deiters
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17. August 2001

Ein neues Bild des Hubble-Weltraumteleskops zeigt eine riesige Blase aus heißem Gas im Zentrum der Galaxie NGC 3079. Sie entstand vermutlich durch einen intensiven Strom von Teilchen, der während einer heftigen Sternentstehungsphase frei wurde.  Die Struktur hat eine Größe von über 3.000 Lichtjahren.

NGC 3079
Hubble-Aufnahme des Zentrums der Galaxie NGC 3079. Foto: NASA, Gerald Cecil (University of North Carolina), Sylvain Veilleux (University of Maryland), Joss Bland-Hawthorn (Anglo- Australian Observatory) und Alex Filippenko (University of California, Berkeley).
 Großansicht 
Die Astronomen entdeckten die Riesenblase in der Galaxie NGC 3079, die rund 50 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist und im Sternbild Großer Bär liegt. Die Struktur hat einen Durchmesser von mehr als 3.000 Lichtjahren und erstreckt sich bis zu 3.500 Lichtjahre über die Scheibe der Galaxis. Die Forscher vermuten, dass die Blase durch so genannte Winde, also sehr schnelle Ströme von Partikeln, entstanden ist, die während einer intensiven Phase von Sternentstehung frei wurden. Dabei werden Filamente aus Gas am Rand der Blase verwirbelt und gelangen so ins All. Eventuell "regnen" sie später wieder auf die Scheibe der Galaxie nieder, stoßen dort mit anderen Gaswolken zusammen, komprimieren diese, was wiederum der Startschuss für eine neuen Phase von Sternentstehung wäre. Die beiden weißen Punkte gerade außerhalb der Blase könnten eventuell Sterne der Galaxie sein.

In der Detailansicht ist zu erkennen, dass die Blase eine klumpige Struktur hat und aus vier Filamenten besteht, die sich von der Scheibe der Galaxie nach oben erstrecken. Die Filamente fächern sich in einer Höhe von rund 2.000 Lichtjahren auf. Jedes der Filamente hat eine Breite von etwa 75 Lichtjahren. Aus Beobachtungen mit dem Canada-France-Hawaii-Teleskop auf Hawaii weiß man, dass die Filamente mit einer Geschwindigkeit von mehr als sechs Millionen Kilometer pro Stunde emporsteigen.

Nach den Theorien der Astronomen entstand die Blase durch das Zusammentreffen von kontinuierlichem stellaren Wind von heißen Sternen mit kleineren Blasen aus heißem Gas, die von Supernova-Explosionen stammen. Beobachtungen mit Radioteleskopen deuten darauf hin, dass diese Prozesse bis heute aktiv sind und vor etwa einer Millionen Jahren begonnen haben. Sie dürften sich alle zehn Millionen Jahre wiederholen. Wenn die heißen Sterne, die den Wind produzieren, sterben, verliert die Blase ihre Energiequelle. Durch Beobachtungen mit Radio- und Röntgenteleskopen haben die Forscher Ringe aus Staub und Gas ausgemacht, die deutlich größer als die Blase sind. Dabei könnte es sich um die Reste früherer Ausbrüche handeln.

Die Aufnahme entstand 1998, die Ergebnisse der Forschungen wurden im letzten Monat in einem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht. Die Farben in dem Bild wurden so gewählt, dass die Strukturen der Blase deutlich sichtbar werden: Glühendes Gas erscheint rot, Licht von Sternen bläulich und grün.

Links im WWW
Original Fotos und Pressemitteilung des STScI
die aktuellsten HST Bilder, Übersicht des Space Telescope Science Instituts
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