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GALILEO
Flug über den Vulkan
von Stefan Deiters
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6. August 2001

Heute morgen überflog die kleine NASA-Sonde Galileo erneut den Jupitermond Io. Nach den Berechnungen der Experten im NASA Jet Propulsion Laboratory war die Sonde dabei nur rund 200 Kilometer von der Oberfläche entfernt. Wenige Sekunden später könnte sie die Gase eines Vulkanausbruchs durchflogen haben. Ob alles geklappt hat, wird man aber erst im Laufe des Tages wissen.


Galileo.  Darstellung: JPL/NASA

Die Region, die die kleine tapfere Raumsonde überfliegen soll, war vor einigen Monaten Ausgangspunkt einer gewaltigen Eruption von vulkanischen Gasen. Und da die Sonde niedriger fliegen wird als die Ausdehnung dieser Gaswolke damals, besteht nach Ansicht der Forscher sogar die Möglichkeit, dass Galileo direkt durch eine solche Wolke fliegt. "Diese Wolken in der Polarregion des Mondes treten sehr unregelmäßig und kurzzeitig auf", erläutert Dr. Eilene Theilig vom NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) im kalifornischen Pasadena. "Wir wissen also nicht, ob sie noch da ist, wenn Galileo da ist."

Das Flugteam der Sonde hatte diese Flugbahn für Galileo gewählt, da sie hoffen, mit Hilfe magnetischer Messungen in der Polarregion des Mondes herausfinden zu können, ob der Jupitertrabant ein eigenes Magnetfeld erzeugt wie es beispielsweise die Erde tut. Die Kenntnis darüber würde helfen, das heiße Innere des Mondes zu verstehen. "Alle unseren früheren Vorüberflüge waren in der Äquatorregion des Mondes und daraus war nicht abzulesen, ob das Magnetfeld vom Mond selbst erzeugt ist oder aber durch das starke Magnetfeld des Jupiter generiert wird", so Projektwissenschaftler Dr. Torrence Johnson.

Als kostenlose Dreingabe sollte Galileo auch noch die Tvashtar-Region des Mondes überfliegen in der die Sonde im November 1999 eine Eruption beobachtete, bei der vulkanisches Magma 1,5 Kilometer weit in die Höhe geschleudert wurde (astronews.com berichtete). Während des Vorüberflugs hat die Sonde keinen Funkkontakt zur Erde und daher wird erst im Laufe des heutigen Tages deutlich werden, ob alles nach Plan gelaufen ist. Die gesammelten Daten werden dann in den nächsten zwei Monaten zur Erde überspielt.

Galileos Mission - ursprünglich nur bis Ende 1997 geplant - wurde vor einigen Monaten von der NASA bis Ende 2003 verlängert. Seit 1995 befindet sich die Sonde im Jupitersystem und hat seither 31 dichte Vorüberflüge an Jupitermonden gemacht. Ende 2003 soll die Sonde dann in die Jupiteratmosphäre eintauchen, wo sie von dem immensen Druck zerstört werden wird.

Links im WWW
Galileo, Webseite der NASA
siehe auch
Galileo: Im richtigen Moment fotografiert - 21. Dezember 1999
AstroLinks: Jupiter
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