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HUBBLE
Portrait eines Sternentstehungsgebiets
von Stefan Deiters
astronews.com
27. Juli 2001

30 Doradus gilt unter Astronomen als eine der faszinierendsten Regionen in unserer kosmischen Nachbarschaft. Tausende von neuen Sternen werden in dieser Region geboren, in deren Zentrum sich ein spektakulärer Sternhaufen von massereichen Sternen verbirgt: R136. Ein neues Bild des Hubble-Weltraumteleskops erlaubt einen eindrucksvollen Einblick in die stellare Kinderstube.

30 Doradus
30 Doradus. Foto: NASA, N. Walborn und J. Maíz-Apellániz (STScI), R. Barbá (La Plata Observatory, La Plata, Argentinien)
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Das zusammengesetzte Hubble-Bild zeigt, wie ultraviolette Strahlung und stellare Winde, die von den Sternen des Sternhaufens R136 (links vom Zentrum der Aufnahme) ausgehen, die gesamt Region durcheinander wirbeln und dafür sorgen, dass immer wieder Gasklumpen kollabieren aus denen eventuell einmal Sterne werden. Bei dem Bild handelt es sich um den inneren Bereich von 30 Doradus. Es zeigt einen Ausschnitt von 200 Lichtjahren Breite und 150 Lichtjahren Höhe. 30 Doradus liegt in der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie der Milchstraße, in etwa 170.000 Lichtjahren Entfernung.

Sein Aussehen verdankt der Nebel direkt den massereichen Sternen des Sternhaufens R136: Deren hochenergetische ultraviolette Strahlung regt das umgebende Gas zum Leuchten an. Die Sterne in R136 sind, wie frühere Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop gezeigt haben, etwa Hundert Mal massereicher als unsere Sonne und zehnmal so heiß. In R136 gibt es mehrere Dutzend von ihnen, die alle vor etwa zwei Millionen Jahren entstanden sind.

Diese massereichen Sterne sorgen auch für einen heftigen so genannten stellaren Wind, der Geschwindigkeiten von mehreren Millionen Kilometern pro Stunde erreichen kann. Diese Winde tragen das Gas vom zentralen Haufen weg und sorgen an anderen Stellen dafür, dass sich neue Gasklumpen bilden und so eine neue Phase von Sternentstehung beginnen kann. Diese Gas- und Staubwolken erscheinen in pink. Die neuen stellaren Kinderstuben sind rund 30 bis 50 Lichtjahre vom zentralen Sternhaufen entfernt. Die jungen Sterne dort kann man meist nicht sehen, da sie in einem Kokon aus Gas und Staub verborgen sind.

Manche der neuen Sterne bilden sich in fingerähnlichen Strukturen, die schon häufiger beobachtet wurden, wenn die Sternentwicklung auf diese Weise angeregt wurde. Die Strukturen sind alle auf den zentralen Sternhaufen ausgerichtet, was auf dessen Einfluss hindeutet. In rund zwei Millionen Jahren dürfte die neue Sternengeneration sich voll entwickelt haben, die massereichen Sterne in R136 sind dann längst verloschen.

Das Bild wurde aus mehreren überlappenden Hubble-Aufnahmen zusammengestellt, die zwischen Januar 1994 und  September 2000 gemacht wurden. Die benutzten Filter sollen bestimmte Details hervorheben: So erscheinen heiße Sterne bläulich, heißes durch die Strahlung der Haufensterne angeregtes Gas grünlich und die glühenden dem Haufen zugewandten Bereiche der Gas- und Staubwolken pink. Rötlich-braun schließlich sind kühleren Bereich der Gaswolken, die keine direkte Strahlung aus dem Zentrum abbekommen.

Links im WWW
STScI, Space Telescope Science Institute
Original Fotos und Pressemitteilung des STScI

die aktuellsten HST Bilder, Übersicht des Space Telescope Science Instituts
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