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ATAIR
Schnelle Rotation und die Folgen

von Stefan Deiters
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26. Juli 2001

Erstmals gelang es einer Gruppe von Astronomen direkt zu beobachten, dass durch die schnelle Rotation eines Sterns ein Wulst im Äquatorbereich entsteht. Die aus der Form geratene Sonne ist ein bekannter Vertreter am Sommerhimmel: der Stern Atair. Die verwendete Technik könnte auch eines Tages helfen, Planeten um nahe Sonnen direkt aufzuspüren.


Atair auf einer Aufnahme des Mt. Wilson Observatoriums. Foto: NASA, JPL, Caltech, Steve Golden

"Die Form von Atair zu vermessen ist ähnlich schwierig, wie von Los Angeles aus zu beweisen, dass ein Hühnerei in New York nicht kreis- sondern eiförmig ist", beschreibt Dr. Charles Beichman vom NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) die Aufgabe. Und so gelang die genaue Vermessung von Atair, einem bekannten Stern des Sommerdreiecks, auch nur mit einem Interferometer, bei dem zwei kleine Teleskope so zusammengeschaltet wurden, dass ihr Auflösungsvermögen dem eines viel größeren Instrumentes entspricht. Als die Wissenschaftler Atair mit zwei Teleskopen unter die Lupe nahmen, stellten sie fest, dass sich die Größe des Sterns änderte, je nach dem unter welchem Winkel sie ihn betrachteten.

"Diese überraschende Entdeckung führte zu einem guten Stück Detektivarbeit, um die Daten korrekt interpretieren zu können", erläutert JPL-Wissenschaftler Dr. Gerard von Belle. "Wir haben gleichzeitig auch die Form von Wega untersucht und fanden keine winkelabhängige Größenänderung. Somit war klar, dass unsere Teleskope korrekt arbeiteten." Atair galt unter Astronomen schon immer als ein Stern, der sich sehr schnell um die eigene Achse dreht. Und da Sterne im Prinzip nichts weiter als riesige Gasbälle sind, sollte eine schnelle Rotation zu einer Wulst im Äquatorbereich führen.

Und in der Tat: Atair dreht sich alle 10,4 Stunden um sich selbst und hat, so die jüngsten Beobachtungen mit dem Palomar Testbed Interferometer, am Äquator einen 14 Prozent größeren Durchmesser als an den Polen. Bei unserer Sonne, die sich etwa alle 30 Tage um ihre eigene Achse dreht, ist der Durchmesser am Äquator nur 0,001 Prozent größer. Am Äquator dreht sich Atair mit einer Geschwindigkeit von 210 Kilometern pro Sekunde. "Die Form eines anderen Sterns herauszufinden hilft uns, etwas über die Kräfte zu erfahren, die Sterne in Form halten und die Struktur von Sternen bestimmen", so Beichman.

Die Beobachtung macht einmal wieder deutlich, dass auch scheinbar bekannte Objekte immer noch für überraschende Entdeckungen gut sind: Atair ist nämlich der zwölfthellste Stern am Himmel und daher sollte man eigentlich annehmen, dass er schon gründlich untersucht wurde. Doch die hohe Auflösung des Interferometers brachte auch hier Neues ans Licht. Dies erhoffen sie die Forscher auch für weitere Interferometer-Projekte auf der Erde und im Weltraum. "Langfristig wird es mit der Interferometer-Technologie möglich sein, nach Planeten um sonnennahe Sterne zu suchen", meint Beichman. "Diese Tests sind ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg dahin." 

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